Kostenlose Vorlage · Excel
Stand: 3. Oktober 2026 · nach Digital Omnibus
KI-Register & KI-Inventar Vorlage (Excel, kostenlos)
Eine Tabelle, in der jedes KI-System Ihres Unternehmens mit Zweck, Rolle, Risikoklasse und Verantwortlichen steht – das ist die Grundlage für fast jede Pflicht aus der KI-Verordnung. Hier laden Sie unsere Excel-Vorlage herunter: 24 Spalten, Dropdowns für Risikoklasse, Rolle und Status, drei ausgefüllte Beispielzeilen und eine Anleitung. Ohne E-Mail-Adresse.
- Dropdowns für Risikoklasse, Rolle, Status
- 3 Beispielzeilen + Anleitung
- Kopfzeile fixiert, Filter aktiv
KI-Register
Demo Organisation GmbH · Vorschau der Vorlage
3 Beispielzeilen · 300 leere Zeilen mit Dropdowns
Grundlagen
Was ein KI-Register ist – und warum Sie eins brauchen
Ein KI-Register, oft auch KI-Inventar oder AI Inventory genannt, ist eine zentrale Liste aller KI-Systeme, die Ihr Unternehmen nutzt, entwickelt oder anbietet. Pro System hält es fest, wofür es eingesetzt wird, wer es verantwortet, welche Daten hineinfließen, wen die Ergebnisse betreffen und in welche Risikoklasse der KI-Verordnung es fällt.
Ehrlich gesagt: Die KI-Verordnung (VO (EU) 2024/1689) schreibt ein allgemeines „KI-Register“ nicht ausdrücklich vor. Sie knüpft aber fast jede Pflicht an das einzelne System und seinen Zweck. Welche Maßnahmen zur KI-Kompetenz sinnvoll sind (Art. 4), ob eine verbotene Praktik vorliegt (Art. 5), ob ein System hochriskant ist (Art. 6 und Anhang III), welche Betreiberpflichten greifen (Art. 26) und wo ein Transparenzhinweis nötig ist (Art. 50) – all das können Sie nur beantworten, wenn Sie wissen, welche Systeme überhaupt im Einsatz sind.
Das Register ist deshalb kein Selbstzweck, sondern die Arbeitsgrundlage: Es zeigt, wo Handlungsbedarf besteht, und dient als Nachweis, dass Sie sich systematisch mit Ihrem KI-Einsatz befasst haben. Wenn eine Aufsichtsbehörde, ein Kunde im Rahmen eines Lieferantenaudits oder der Betriebsrat fragt, welche KI im Haus läuft, haben Sie die Antwort in einer Datei.
Mit dem Digital Omnibus (VO (EU) 2026/1744, in Kraft seit 27. Juli 2026) haben sich einige Fristen verschoben: Die Pflichten für Hochrisiko-KI nach Anhang III gelten erst ab 2. Dezember 2027. Andere Pflichten laufen dagegen längst – die Verbote nach Art. 5 seit Februar 2025, die Transparenzpflichten nach Art. 50 seit August 2026. Art. 4 wurde neu gefasst: Unternehmen müssen Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz ergreifen, statt ein bestimmtes Niveau sicherzustellen. Für alle diese Punkte ist das Register der Ausgangspunkt.
Vorschau
So sieht die Vorlage ausgefüllt aus
Unten sehen Sie alle Spalten der Excel-Datei mit vier Beispielzeilen für eine fiktive „Demo Organisation GmbH“. Die Werte sind plausible Beispiele, keine rechtliche Bewertung der genannten Produkte – die Einordnung hängt immer vom konkreten Einsatz in Ihrem Unternehmen ab.
| ID | KI-System / Tool | Hersteller / Lieferant | Abteilung | Einsatzzweck | Rolle | Nutzergruppe | Betroffene Personen | Personenbez. Daten | Eingabedaten | Risikoklasse | Begründung | Anhang-III-Bereich | Transparenz (Art. 50) | Menschliche Aufsicht | Verantwortlich | Status | KI-Kompetenz | VVT / DSFA | AVV / Vertrag | Im Einsatz seit | Letzte Prüfung | Nächste Prüfung | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| KI-001Beispiel | ChatGPT Team | OpenAI | Marketing | Entwürfe für Blogartikel, Social-Media-Texte und Übersetzungen | Betreiber | 8 Personen | Keine Entscheidungen über Personen | Nein | Öffentliche Produktinfos, interne Briefings ohne Personenbezug | Minimal | Texterstellung ohne Anhang-III-Zweck. Bei veröffentlichten Texten zu Themen öffentlichen Interesses ohne redaktionelle Prüfung Art. 50 Abs. 4 beachten. | Kein Anhang-III-Bereich | Noch prüfen | Redaktion prüft vor Veröffentlichung | Leitung Marketing | Freigegeben | Erledigt | – | Vorhanden | 01.02.2025 | 15.09.2026 | 15.09.2027 | Richtlinie: keine Kundendaten eingeben |
| KI-002Beispiel | Microsoft 365 Copilot | Microsoft | Alle Abteilungen | E-Mails und Besprechungen zusammenfassen, Textentwürfe in Word und Outlook | Betreiber | ca. 120 Personen | Beschäftigte, Kundschaft (in E-Mails) | Ja | E-Mails, Chats, Dokumente im Tenant | Minimal | Allgemeine Büroassistenz, keine Entscheidungen über Personen, kein Anhang-III-Zweck. | Kein Anhang-III-Bereich | Nicht einschlägig | Nutzende prüfen jeden Entwurf | Leitung IT | Freigegeben | Teilweise | VVT-014 | Vorhanden | 01.03.2025 | 15.09.2026 | 15.03.2027 | Betriebsrat eingebunden |
| KI-003Beispiel | Bewerber-Screening-Tool | Beispielanbieter HR-Software | Personal | Bewerbungen nach Passung sortieren, Interviewvorschläge | Betreiber | 6 Recruiter | Bewerbende | Ja | Lebensläufe, Anschreiben, Zeugnisse | Hochrisiko | Auswahl von Bewerbenden fällt unter Anhang III Nr. 4. Betreiberpflichten nach Art. 26 ab 2. Dezember 2027. | Nr. 4 Beschäftigung | Nicht einschlägig | Recruiter entscheiden, keine automatischen Absagen | Leitung Personal | In Prüfung | Offen | VVT-021 / DSFA-003 | Vorhanden | 15.01.2026 | 20.09.2026 | 20.12.2026 | Betriebsanleitung anfordern |
| KI-004Beispiel | Kundenservice-Chatbot | Eigenentwicklung auf Sprachmodell | Kundenservice | Fragen zu Lieferstatus und Rückgabe beantworten | Anbieter | Service-Team (Pflege) | Kundschaft | Ja | Bestellnummer, Chatverlauf | Transparenzpflicht | Interagiert direkt mit Menschen: Hinweis auf KI nach Art. 50 Abs. 1. Kein Anhang-III-Zweck. | Kein Anhang-III-Bereich | Ja – KI-Interaktion | Übergabe an Mitarbeitende auf Wunsch | Leitung Kundenservice | Pilot | Erledigt | VVT-030 | Vorhanden | 01.06.2026 | 01.09.2026 | 01.03.2027 | Hinweistext im Chatfenster |
Felder
Kernfelder und Zusatzfelder – was wirklich rein muss
Nicht jedes Feld ist für jedes System gleich wichtig. Die 13 Kernfelder sollten Sie für jedes KI-System ausfüllen, auch für das kleine Übersetzungstool. Die Zusatzfelder werden relevant, sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden, Menschen direkt mit der KI interagieren oder ein Anhang-III-Bereich berührt ist.
| Feld | Typ | Warum es in die Vorlage gehört | Rechtsbezug |
|---|---|---|---|
| ID | Kernfeld | Eindeutige Kennung, bleibt gleich, auch wenn sich der Name ändert. Erlaubt Verweise aus Verträgen, Tickets und VVT. | – |
| KI-System / Tool | Kernfeld | Produkt- oder Projektname, bei Bedarf mit Lizenz oder Version. | Art. 3 Nr. 1 KI-VO |
| Hersteller / Lieferant | Kernfeld | Zeigt, von wem Sie Betriebsanleitung, Dokumentation und Updates bekommen. | Art. 25 KI-VO |
| Abteilung | Kernfeld | Ordnet das System einem Fachbereich zu und macht Ansprechpartner sichtbar. | – |
| Einsatzzweck | Kernfeld | Der Zweck entscheidet über die Risikoklasse – nicht das Produkt. Dasselbe Tool kann je nach Zweck minimal oder hochriskant sein. | Art. 6, Anhang III KI-VO |
| Rolle | Kernfeld | Betreiber und Anbieter haben sehr unterschiedliche Pflichten. Wer ein System unter eigenem Namen anbietet, wird zum Anbieter. | Art. 3 Nr. 3 und 4 KI-VO |
| Nutzergruppe | Zusatzfeld | Grundlage für zielgerichtete Schulungen und Einweisungen. | Art. 4 KI-VO |
| Betroffene Personen | Kernfeld | Zeigt, ob Entscheidungen über Menschen fallen – ein Kernindikator für Hochrisiko und für Informationspflichten. | Art. 26, 27 KI-VO |
| Personenbez. Daten | Kernfeld | Schlägt die Brücke zur DSGVO: VVT-Eintrag, Auftragsverarbeitung, ggf. Folgenabschätzung. | Art. 30 DSGVO |
| Eingabedaten | Zusatzfeld | Macht sichtbar, welche Informationen das Unternehmen verlassen und wie relevant und repräsentativ die Eingaben sind. | Art. 26 KI-VO, Art. 5 DSGVO |
| Risikoklasse | Kernfeld | Verboten, Hochrisiko, Transparenzpflicht oder minimal. Neue Einträge starten mit „Noch nicht bewertet“. | Art. 5, 6, 50 KI-VO |
| Begründung | Kernfeld | Die Einstufung muss nachvollziehbar sein. Wer die Ausnahme nach Art. 6 Abs. 3 nutzt, muss sie dokumentieren. | Art. 6 Abs. 3 und 4 KI-VO |
| Anhang-III-Bereich | Zusatzfeld | Die acht Bereiche in Anhang III sind die häufigste Quelle für Hochrisiko-Fälle in Unternehmen. | Anhang III KI-VO |
| Transparenz (Art. 50) | Zusatzfeld | Chatbots, generierte Inhalte und Deepfakes brauchen Hinweise oder Markierungen – seit 2. August 2026. | Art. 50 KI-VO |
| Menschliche Aufsicht | Zusatzfeld | Beschreibt, wer Ergebnisse prüft, bevor sie wirken. Für Hochrisiko-KI Pflicht des Betreibers. | Art. 14, 26 KI-VO |
| Verantwortlich | Kernfeld | Ohne benannte Person veraltet jeder Eintrag. Eine Rolle reicht, besser ist ein Name. | – |
| Status | Kernfeld | Von „Idee / Anfrage“ bis „Außer Betrieb“ – so sehen Sie auch geplante und abgelehnte Tools. | – |
| KI-Kompetenz | Zusatzfeld | Hält fest, ob Nutzende geschult oder eingewiesen sind – der praktische Nachweis für Art. 4. | Art. 4 KI-VO n. F. |
| VVT / DSFA | Zusatzfeld | Verweis auf Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten und Folgenabschätzung, damit KI- und Datenschutzdoku zusammenpassen. | Art. 30, 35 DSGVO |
| AVV / Vertrag | Zusatzfeld | Zeigt Lücken bei Auftragsverarbeitung und Nutzungsbedingungen. | Art. 28 DSGVO |
| Im Einsatz seit | Zusatzfeld | Relevant für Übergangsregeln bei Systemen, die vor einem Stichtag in Betrieb gingen. | Art. 111 KI-VO |
| Letzte Prüfung | Kernfeld | Belegt, dass das Register gepflegt wird. | – |
| Nächste Prüfung | Kernfeld | Plant die Wiedervorlage ein – spätestens nach zwölf Monaten, bei kritischen Systemen früher. | – |
| Bemerkungen | Zusatzfeld | Offene Fragen, Entscheidungen, Links zur Dokumentation. | – |
„Kern“ ist unsere Empfehlung für ein belastbares Register, keine Vorgabe der Verordnung. Ein festes Format schreibt die KI-VO nicht vor.
Anleitung
Das KI-Register in 6 Schritten befüllen
So kommen Sie von einer leeren Tabelle zu einem Register, das Sie einer Prüferin zeigen können. Für ein mittelständisches Unternehmen mit 10 bis 30 Tools sind das erfahrungsgemäß zwei bis vier Wochen nebenher.
Verantwortung und Umfang klären
Legen Sie fest, wer das Register führt – häufig IT, Compliance oder Datenschutz – und wer in den Fachbereichen zuarbeitet. Definieren Sie, was als KI-System zählt: im Zweifel eher mehr erfassen. Auch eingebaute KI-Funktionen in bestehender Software gehören dazu.
Ergebnis: Owner benannt, Definition abgestimmt
Systeme einsammeln
Gehen Sie mehrere Quellen durch: Einkaufs- und Lizenzlisten, Single-Sign-on- und Browser-Erweiterungs-Übersichten, Firewall- oder Proxy-Logs und eine kurze Umfrage in jeder Abteilung. Fragen Sie nicht „Nutzen Sie KI?“, sondern „Welche Tools schreiben, übersetzen, fassen zusammen oder bewerten für Sie?“
Ergebnis: Rohliste aller Kandidaten
Eine Zeile je Einsatzzweck anlegen
Tragen Sie die Kernfelder ein. Wird ein Tool für deutlich unterschiedliche Zwecke genutzt – etwa ein Sprachmodell im Marketing und in der Bewerberauswahl –, legen Sie zwei Zeilen an. Die Risikoklasse hängt am Zweck, nicht am Produkt.
Ergebnis: Register mit Kernfeldern
Risikoklasse vorläufig einordnen
Prüfen Sie in dieser Reihenfolge: Liegt eine verbotene Praktik nach Art. 5 vor? Fällt der Zweck unter Anhang III oder ist das System Teil eines regulierten Produkts? Gibt es Transparenzpflichten nach Art. 50? Sonst: minimal. Schreiben Sie die Begründung in ein bis zwei Sätzen dazu. Unklare Fälle bleiben „Noch nicht bewertet“ und bekommen einen kurzen Prüftermin.
Ergebnis: Risikoklasse mit Begründung
Pflichten und Maßnahmen ableiten
Aus jeder Zeile folgt etwas: Schulung oder Einweisung der Nutzergruppe (Art. 4), ein Hinweistext für den Chatbot (Art. 50), Betriebsanleitung und menschliche Aufsicht für Hochrisiko-Systeme (Art. 26), ein VVT-Eintrag und ein AVV für personenbezogene Daten. Halten Sie offene Punkte in „Bemerkungen“ fest oder verlinken Sie Ihr Ticket-System.
Ergebnis: Maßnahmenliste je System
Freigeben und Wiedervorlage planen
Lassen Sie das Register von der Geschäftsleitung oder dem zuständigen Gremium zur Kenntnis nehmen und setzen Sie für jede Zeile „Nächste Prüfung“. Ab jetzt gilt: Kein neues KI-Tool ohne Zeile im Register – am einfachsten, indem Einkauf und IT-Freigabe den Eintrag voraussetzen.
Ergebnis: Freigegebenes Register mit Prüfterminen
Interaktiv
Register-Zeile live zusammenbauen
Beschreiben Sie ein KI-Tool in vier Angaben. Rechts entsteht der passende Registereintrag mit einer groben Einordnung der Risikoklasse und den nächsten Schritten – zum Übernehmen in die Excel-Vorlage.
Neuer Registereintrag
Vorschau · Spalten wie in der Excel-Vorlage
Neues KI-Tool
Marketing · Betreiber
Wofür wird es eingesetzt?
Grobe Orientierung auf Basis Ihrer Angaben, keine Rechtsberatung. Die verbindliche Einordnung hängt vom konkreten System und Einsatz ab.
Praxis
10 typische KI-Tools im Unternehmen – und wie sie häufig eingeordnet werden
Diese Tools tauchen in fast jedem Register auf. Die Einordnung ist eine typische Ausgangslage, keine Bewertung des Produkts: Entscheidend ist, wofür Ihr Unternehmen es einsetzt.
| Tool / Kategorie | Typische Rolle | Häufige Einordnung | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|
| ChatGPT, Claude, Gemini (Chat) | Betreiber | meist minimal | Je nach Nutzung: Werden Bewerbungen oder Personen damit bewertet, ändert sich die Einordnung. Nutzungsregeln und Schulung festlegen. |
| Microsoft 365 Copilot | Betreiber | meist minimal | Zugriff auf alle Daten im Tenant – Berechtigungen, VVT und Betriebsrat sind die eigentlichen Themen. |
| DeepL und andere Übersetzer | Betreiber | minimal | Prüfen, ob vertrauliche oder personenbezogene Texte übersetzt werden und welche Lizenz das abdeckt. |
| GitHub Copilot, Code-Assistenten | Betreiber | minimal | Lizenz- und Quellcode-Fragen, Umgang mit Geheimnissen im Code. |
| Bildgeneratoren (z. B. Midjourney) | Betreiber | häufig Transparenzpflicht | Veröffentlichte Deepfakes müssen offengelegt werden (Art. 50 Abs. 4). |
| Meeting-Assistenten / Transkription | Betreiber | meist minimal | Funktionen zur Stimmungs- oder Emotionsanalyse von Beschäftigten sind nach Art. 5 verboten – abschalten. |
| Chatbot auf der Website | Betreiber oder Anbieter | Transparenzpflicht | Hinweis auf KI-Interaktion. Wer den Bot unter eigenem Namen baut, kann Anbieter sein. |
| Bewerbermanagement mit KI-Ranking | Betreiber | häufig Hochrisiko | Anhang III Nr. 4. Betreiberpflichten ab 2. Dezember 2027, Vorbereitung lohnt jetzt. |
| Lead-Scoring im CRM | Betreiber | meist minimal | Bewertet Vertriebschancen, nicht Zugang zu wesentlichen Leistungen – DSGVO-Profiling trotzdem prüfen. |
| Bonitäts- oder Kreditscoring | Betreiber | Hochrisiko bei natürlichen Personen | Anhang III Nr. 5. Ausgenommen ist die reine Betrugserkennung. |
Vereinfachte Übersicht, keine Rechtsberatung. „Häufig“ heißt: in der typischen Nutzung – Ihr konkreter Einsatz kann anders zu bewerten sein.
Pflege
Wann das Register aktualisiert werden muss
Ein Register, das einmal angelegt und dann vergessen wird, ist nach einem halben Jahr wertlos. Feste Auslöser sorgen dafür, dass es aktuell bleibt:
- 01
Neues Tool oder neue Lizenz
Jede Beschaffung, jede Testversion und jede freigeschaltete KI-Funktion in bestehender Software bekommt eine Zeile – bevor sie produktiv geht.
- 02
Neuer Einsatzzweck
Wird ein Tool plötzlich für Personalentscheidungen oder im Kundenkontakt genutzt, kann sich die Risikoklasse ändern. Lieber eine zweite Zeile anlegen.
- 03
Wesentliches Update
Neue Modelle, neue Datenquellen oder neue Automatisierungsstufen beim Anbieter: Begründung der Einstufung prüfen.
- 04
Vorfall oder Beschwerde
Fehlentscheidungen, Datenabfluss oder Beschwerden Betroffener sind ein Anlass, den Eintrag und die menschliche Aufsicht zu überprüfen.
- 05
Rechtliche Änderung
Neue Leitlinien der Kommission, Änderungen wie der Digital Omnibus oder neue Stichtage – etwa der 2. Dezember 2027 für Anhang III.
- 06
Außerbetriebnahme
Tools nicht löschen, sondern auf „Außer Betrieb“ setzen. So bleibt nachvollziehbar, was wann im Einsatz war.
Regelmäßiger Rhythmus
Zusätzlich zu den Auslösern empfiehlt sich eine vollständige Durchsicht mindestens einmal im Jahr, für Hochrisiko- und unklare Einträge quartalsweise. Die Spalten „Letzte Prüfung“ und „Nächste Prüfung“ machen das sichtbar – über den Filter finden Sie überfällige Einträge in Sekunden.
Abgrenzung
Internes Register vs. EU-Datenbank
Die KI-Verordnung kennt eine öffentliche EU-Datenbank für Hochrisiko-KI (Art. 71). Das ist etwas anderes als Ihr internes Register – die beiden werden oft verwechselt.
| Aspekt | Internes KI-Register | EU-Datenbank (Art. 49, 71) |
|---|---|---|
| Wer führt es? | Ihr Unternehmen selbst | Die EU-Kommission |
| Was wird erfasst? | Alle KI-Systeme, auch minimales Risiko | Nur Hochrisiko-KI nach Anhang III (und Systeme mit Ausnahme nach Art. 6 Abs. 3) |
| Wer trägt ein? | Interne Verantwortliche | Anbieter vor dem Inverkehrbringen; Betreiber, die Behörden sind, für ihre Nutzung |
| Sichtbarkeit | Intern, auf Anfrage für Prüfer | Größtenteils öffentlich |
| Rechtliche Grundlage | Keine ausdrückliche Pflicht – praktische Grundlage für Art. 4, 5, 26, 50 | Ausdrückliche Registrierungspflicht |
Für die meisten Unternehmen, die KI als Betreiber einsetzen, bleibt es beim internen Register. Die Registrierung in der EU-Datenbank betrifft vor allem Anbieter von Hochrisiko-Systemen und öffentliche Stellen.
Schatten-KI
Schatten-KI finden: die Tools, die niemand gemeldet hat
In fast jedem Unternehmen nutzen Mitarbeitende KI-Tools, die nie offiziell eingeführt wurden – meist aus guten Gründen, aber ohne Prüfung. Ein Register, das nur die bekannten Lizenzen enthält, ist unvollständig. So kommen Sie an die übrigen:
- Kurze, straffreie UmfrageFragen Sie jede Abteilung nach konkreten Aufgaben statt nach „KI“. Sagen Sie dazu, dass es um Überblick geht und nicht um Sanktionen – sonst bleiben die Antworten aus.
- Kreditkarten- und SpesenabrechnungenKleine Monatsabos für KI-Dienste laufen oft über private oder Firmenkreditkarten an der IT vorbei.
- SSO, Browser-Erweiterungen und OAuth-FreigabenViele Tools melden sich per „Mit Microsoft/Google anmelden“ an oder laufen als Browser-Plugin. Die Übersichten der Identitäts- und Endpoint-Verwaltung zeigen sie.
- Netzwerk- und Proxy-LogsZugriffe auf bekannte KI-Domains geben einen Eindruck von Umfang und Abteilungen – datenschutzkonform ausgewertet und mit dem Betriebsrat abgestimmt.
- KI-Funktionen in bestehender SoftwareCRM, Ticketsystem, Office-Suite und HR-Software haben oft KI-Funktionen nachgerüstet. Prüfen Sie Release-Notes und Admin-Einstellungen.
Grenzen
Reicht Excel? Wo die Vorlage stark ist – und wo nicht
Für den Start ist eine Tabelle oft genau richtig: schnell, vertraut, ohne Beschaffung. Mit wachsender Zahl an Systemen und Beteiligten stößt sie an Grenzen.
- Bis etwa 20–30 Systeme gut handhabbar
- Sofort einsatzbereit, keine IT-Freigabe nötig
- Einfach zu teilen und zu exportieren
- Dropdowns verhindern Wildwuchs bei den Werten
Keine Historie
Wer hat die Risikoklasse wann und warum geändert? Excel zeigt nur den letzten Stand – für Nachweise ist die Änderungshistorie oft wichtiger als der Wert selbst.
Keine Erinnerungen
Prüftermine stehen in einer Spalte, aber niemand wird erinnert. Überfällige Einträge fallen erst auf, wenn jemand filtert.
Versionen und Zugriff
Kopien per E-Mail, parallele Bearbeitung, kein Rollenkonzept: Nach ein paar Monaten gibt es mehrere „aktuelle“ Fassungen.
Keine Verknüpfung
Schulungsnachweise, Dokumentation, Verträge und VVT liegen woanders. Das Register verweist nur darauf.
Wenn Sie an diese Grenzen stoßen, übernimmt SimpleAct dieselbe Struktur als Software: KI-Inventar mit Risikoeinstufung, Verantwortlichen, Erinnerungen, Audit-Historie und Export.
KI-Inventar in SimpleAct ansehenOpen-Source Framework
simpleact-ai-system-inventory
Open-Source KI-Inventar-Template: strukturierte Erfassung aller KI-Systeme mit Pflichtfeldern nach EU AI Act.
FAQ
Häufige Fragen zum KI-Register
Noch Fragen? Wir helfen gerne weiter. E-Mail schreiben · 7 Tage testen (Kreditkarte nötig)
Quellen und Stand
Zuletzt geprüft am · Redaktion SimpleAct
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), EUR-Lex
- Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus on AI), EUR-Lex
Diese Seite und die Vorlage dienen der Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der Wortlaut im Amtsblatt der EU.
Änderungen an dieser Seite
- 10. Oktober 2026 – Art. 4 im Omnibus-Wortlaut (Maßnahmen zur KI-Kompetenz).
- 3. Oktober 2026 – Neu aufgebaut: kostenlose Excel-Vorlage mit Dropdowns und Beispielzeilen, vollständige Vorschau, Feldübersicht mit Rechtsbezug, Register-Baukasten, Stand nach Digital Omnibus.
- 23. Mai 2026 – Erste Fassung mit PDF-Vorlage.
Weiterführend
- EU AI Act Fristen nach Digital Omnibus
- KI-Compliance-Software: Funktionen und Preise
- EU AI Act im Überblick
- KI-Register: Pflicht & Aufbau
- Risikoklassen bestimmen
- KI-Inventar Software
- Hochrisiko-KI Checkliste
- KI-Kennzeichnungspflicht (Art. 50)
- KI-Richtlinie: Nutzungsregeln für die Tools im Register
- Anhang-IV-Vorlage für die technische Dokumentation
- KI-Kompetenz: Schulungsnachweise für Ihre Nutzergruppen
Vom Register zur gelebten Compliance
SimpleAct führt Ihr KI-Inventar mit Risikoeinstufung, Verantwortlichen, Fristen und Audit-Historie – und erinnert, wenn eine Prüfung fällig ist.