Leitfaden · DSGVO Art. 32
Stand: 4. Oktober 2026
TOM nach Art. 32 DSGVO: Vorlage, Checkliste und Beispiele
Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) sind das Herzstück der Datensicherheit nach der DSGVO – und die Anlage, nach der jeder Kunde im AVV fragt. Hier finden Sie die Gliederung nach Art. 32 als Tabelle, KI-spezifische Maßnahmen, eine interaktive TOM-Checkliste, die aus Ihren Antworten eine Übersicht schreibt, und eine freie Word-Vorlage „Anlage TOM“.
- Gliederung nach Art. 32 Abs. 1 lit. a–d
- Freie Word-Vorlage „Anlage TOM“
- KI-Maßnahmen: Prompts, Logs, Training
- Checkliste schreibt Ihren Entwurf
TOM-Katalog
Demo Organisation GmbH · Art. 32 DSGVO
Umsetzung nach Schutzziel
- Verschlüsselung4/5
- Vertraulichkeit5/6
- Verfügbarkeit3/5
- Überprüfung1/4
Zuletzt bearbeitet
- Mehrfaktor-AuthentifizierungNachweis hinterlegt
- WiederherstellungstestTest fällig
- Prompt-Logs KI-AssistentFrist fehlt
Beispieldaten · 13 von 20 Maßnahmen umgesetzt
Kurz gesagt
TOM sind alle technischen und organisatorischen Vorkehrungen, mit denen Verantwortliche und Auftragsverarbeiter personenbezogene Daten nach Art. 32 DSGVO schützen – etwa Verschlüsselung, Berechtigungskonzepte, Backups und Schulungen. Eine feste Pflichtliste gibt es nicht: Die Maßnahmen müssen dem Risiko angemessen sein, regelmäßig überprüft und nachweisbar dokumentiert werden.
Grundlagen
Was TOM sind – und was Art. 32 DSGVO wirklich verlangt
Art. 32 DSGVO verpflichtet den Verantwortlichen und den Auftragsverarbeiter gleichermaßen, geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zu treffen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten. „Technisch“ meint alles, was in Systemen umgesetzt ist – Verschlüsselung, Zugangsschutz, Protokollierung, Backups. „Organisatorisch“ meint Regeln und Abläufe – Zuständigkeiten, Richtlinien, Schulungen, Verträge, Prüfprozesse. Erst beides zusammen ergibt ein Sicherheitskonzept: Die beste Verschlüsselung hilft wenig, wenn niemand Berechtigungen entzieht, wenn jemand das Unternehmen verlässt.
Welche Maßnahmen „geeignet“ sind, legt die DSGVO bewusst nicht fest. Art. 32 Abs. 1 nennt die Kriterien: den Stand der Technik, die Implementierungskosten, Art, Umfang, Umstände und Zwecke der Verarbeitung sowie Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere des Risikos für die betroffenen Personen. Abs. 2 ergänzt, worauf es bei der Risikobewertung ankommt: Vernichtung, Verlust, Veränderung, unbefugte Offenlegung oder unbefugter Zugang – ob unbeabsichtigt oder unrechtmäßig. Ein Handwerksbetrieb mit einer Kundenkartei braucht deshalb andere TOM als eine Klinik mit Gesundheitsdaten.
Konkreter wird Art. 32 Abs. 1 mit vier Punkten, die die Maßnahmen „gegebenenfalls unter anderem“ einschließen: (a) Pseudonymisierung und Verschlüsselung, (b) die Fähigkeit, Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit der Systeme und Dienste auf Dauer sicherzustellen, (c) die Fähigkeit, Verfügbarkeit und Zugang zu den Daten nach einem physischen oder technischen Zwischenfall rasch wiederherzustellen, und (d) ein Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung, Bewertung und Evaluierung der Wirksamkeit. Abs. 4 fügt eine organisatorische Pflicht hinzu: Personen, die Zugang zu personenbezogenen Daten haben, dürfen diese nur auf Anweisung des Verantwortlichen verarbeiten. Diese Punkte sind die natürliche Gliederung jeder TOM-Dokumentation – auch unserer Vorlage.
Dokumentiert werden die TOM an mehreren Stellen. Im Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten steht „wenn möglich“ eine allgemeine Beschreibung (Art. 30 Abs. 1 lit. g für Verantwortliche, Abs. 2 lit. d für Auftragsverarbeiter). Im Auftragsverarbeitungsvertrag verpflichtet sich der Dienstleister, alle nach Art. 32 erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen (Art. 28 Abs. 3 lit. c) – in der Praxis als „Anlage TOM“. Und weil der Verantwortliche nach Art. 5 Abs. 2 und Art. 24 Abs. 1 nachweisen können muss, dass er die DSGVO einhält, braucht es zu den Maßnahmen auch Belege. Art. 24 Abs. 1 sagt zudem ausdrücklich, dass die Maßnahmen erforderlichenfalls überprüft und aktualisiert werden.
Eng verwandt ist Art. 25 DSGVO: Datenschutz durch Technikgestaltung und durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen. Während Art. 32 die Sicherheit der Verarbeitung betrifft, verlangt Art. 25, dass schon bei der Gestaltung der Verarbeitung Datenschutzgrundsätze wie Datenminimierung umgesetzt werden und Voreinstellungen nur die erforderlichen Daten verarbeiten. Viele TOM-Anlagen nehmen beides auf. Wer eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführt, beschreibt dort ebenfalls die geplanten Abhilfemaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen (Art. 35 Abs. 7 lit. d) – die TOM-Dokumentation ist dafür die Grundlage.
Verstöße gegen Art. 32 fallen unter Art. 83 Abs. 4 lit. a DSGVO: Bußgelder bis 10 Millionen Euro oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Praktisch wichtiger ist oft etwas anderes: Nach einer Datenpanne fragt die Aufsichtsbehörde, welche Maßnahmen bestanden. Wer dann eine aktuelle, belegte TOM-Dokumentation vorlegen kann, steht deutlich besser da als jemand mit einer fünf Jahre alten Liste aus Absichtserklärungen.
- Punkte in Art. 32 Abs. 1 lit. a–d – die Grundgliederung jeder TOM-Anlage
- 4
- Punkte in Art. 32 Abs. 1 lit. a–d – die Grundgliederung jeder TOM-Anlage
- feste Pflichtlisten: Maßgeblich ist, was dem Risiko angemessen ist
- 0
- feste Pflichtlisten: Maßgeblich ist, was dem Risiko angemessen ist
- oder 2 % Umsatz: Bußgeldrahmen bei Verstößen gegen Art. 32 (Art. 83 Abs. 4)
- 10 Mio. €
- oder 2 % Umsatz: Bußgeldrahmen bei Verstößen gegen Art. 32 (Art. 83 Abs. 4)
Gliederung
TOM-Liste nach Art. 32 DSGVO: Schutzziele, Beispiele und Nachweise
Die Tabelle folgt Art. 32 Abs. 1 lit. a–d und Abs. 4 und ergänzt die Punkte, die in einer Anlage zum AVV üblich sind. Die Beispielmaßnahmen sind Vorschläge, keine abschließende oder verbindliche Liste – entscheidend ist, was für Ihre Verarbeitung angemessen ist. Die rechte Spalte zeigt, womit Sie die Umsetzung belegen können.
Tabelle seitlich scrollen →
| Schutzziel / Bereich | Fundstelle | Beispielmaßnahmen | Möglicher Nachweis |
|---|---|---|---|
| Pseudonymisierung | Art. 32 Abs. 1 lit. a | Identifikatoren getrennt von Nutzdaten speichern; Test- und Analysedaten pseudonymisieren; Zuordnungstabellen gesondert schützen. | Datenflussbeschreibung, Konzept zur Pseudonymisierung, Zugriffsliste auf Zuordnungstabellen. |
| Verschlüsselung | Art. 32 Abs. 1 lit. a | Transportverschlüsselung für alle Verbindungen; Verschlüsselung von Datenbanken, Festplatten, Backups und mobilen Geräten; geregelte Schlüsselverwaltung. | Konfigurationsauszug, Richtlinie zur Kryptografie, Liste verschlüsselter Geräte. |
| Vertraulichkeit – Zutritt und Zugang | Art. 32 Abs. 1 lit. b | Zutrittsregeln für Büro und Serverräume; Passwort-Richtlinie; Mehrfaktor-Authentifizierung für Fernzugriff und Administration; automatische Bildschirmsperre. | Zutrittskonzept, Auszug aus der Identity-Konfiguration, Richtlinie. |
| Vertraulichkeit – Zugriff und Trennung | Art. 32 Abs. 1 lit. b | Rollen- und Berechtigungskonzept nach dem Need-to-know-Prinzip; regelmäßige Rezertifizierung; Entzug bei Austritt; Mandanten- bzw. Zwecktrennung. | Berechtigungskonzept, Protokoll der letzten Rezertifizierung, Offboarding-Checkliste. |
| Integrität | Art. 32 Abs. 1 lit. b | Protokollierung von Eingaben, Änderungen und Löschungen; manipulationsgeschützte Logs; definierte Übertragungswege; Schutz vor Schadsoftware; Patch-Management. | Logging-Konzept, Beispielauszug, Patch-Report. |
| Verfügbarkeit und Belastbarkeit | Art. 32 Abs. 1 lit. b | Backup-Konzept mit getrenntem Speicherort; Redundanz; Monitoring mit Alarmierung; Schutz vor Überlastung; Kapazitätsplanung. | Backup-Konzept, Monitoring-Übersicht, Angaben des Rechenzentrumsbetreibers. |
| Rasche Wiederherstellbarkeit | Art. 32 Abs. 1 lit. c | Dokumentiertes Wiederherstellungsverfahren; Zielwerte für Wiederanlaufzeit und maximalen Datenverlust; regelmäßige Wiederherstellungstests; Notfallplan. | Notfallhandbuch, Protokoll des letzten Wiederherstellungstests. |
| Überprüfung und Evaluierung | Art. 32 Abs. 1 lit. d | Festgelegter Überprüfungsrhythmus; Schwachstellenscans oder Penetrationstests; interne Audits; Änderungsmanagement für neue Systeme und Dienstleister. | Prüfplan, Testberichte, Maßnahmenliste aus Audits mit Erledigungsstand. |
| Weisungsbindung und Vertraulichkeit des Personals | Art. 32 Abs. 4, Art. 28 Abs. 3 lit. b | Verpflichtung auf Vertraulichkeit; dokumentierte Weisungen; Schulung und Sensibilisierung; benannte Zuständigkeiten. | Unterschriebene Verpflichtungen, Schulungsnachweise, Organigramm. |
| Auftragskontrolle | Art. 28 Abs. 1, 2, 4 | Dienstleister vor Beauftragung prüfen; AVV mit allen Pflichtinhalten; Liste der Unterauftragsverarbeiter; regelmäßige Kontrolle. | AVV-Übersicht, Prüfvermerke, aktuelle Unterauftragsverarbeiter-Liste. |
| Datenschutz durch Technik und Voreinstellungen | Art. 25 | Nur erforderliche Pflichtfelder; restriktive Standard-Sichtbarkeit; Löschfristen im System hinterlegt; Datenminimierung beim Design neuer Funktionen. | Designentscheidungen im Ticket, Screenshot der Voreinstellungen, Löschkonzept. |
| Umgang mit Datenschutzverletzungen | Art. 33, 34 | Meldeprozess mit Zuständigkeiten; Erkennung von Vorfällen; Auftragsverarbeiter melden unverzüglich an den Verantwortlichen (Art. 33 Abs. 2). | Incident-Prozess, Kontaktliste, Vorfallregister. |
Art. 32 verlangt „geeignete“ Maßnahmen nach Risiko, Stand der Technik und Kosten – nicht jede Zeile ist für jede Verarbeitung erforderlich, und manche Verarbeitung braucht mehr. Die Nachweise sind Beispiele.
Gliederungen im Vergleich
Art. 32, § 64 BDSG oder Standard-Datenschutzmodell: Wie Sie Ihre TOM gliedern
In TOM-Anlagen begegnen Ihnen drei Gliederungen. Keine ist gesetzlich für alle vorgeschrieben – wichtig ist, dass die Anlage vollständig, verständlich und prüfbar ist. Für die meisten Unternehmen ist die Gliederung nach Art. 32 der beste Ausgangspunkt.
Tabelle seitlich scrollen →
| Gliederung | Herkunft | Aufbau | Wann sinnvoll |
|---|---|---|---|
| Nach Art. 32 DSGVO | Art. 32 Abs. 1 lit. a–d, Abs. 4 DSGVO | Pseudonymisierung und Verschlüsselung · Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit, Belastbarkeit · Wiederherstellbarkeit · Überprüfung · Weisungsbindung | Standard für Anlagen zum AVV und für das Verarbeitungsverzeichnis. Folgt direkt dem Gesetzestext, daher für Kunden und Aufsicht leicht nachvollziehbar. Grundlage unserer Vorlage. |
| Kontrollziele nach § 64 Abs. 3 BDSG | § 64 Abs. 3 BDSG (Teil 3) | 14 Zwecke: u. a. Zugangs-, Datenträger-, Speicher-, Benutzer-, Zugriffs-, Übertragungs-, Eingabe-, Transport-, Auftrags- und Verfügbarkeitskontrolle, Wiederherstellbarkeit, Zuverlässigkeit, Datenintegrität, Trennbarkeit | Gilt unmittelbar nur für Behörden, die Daten zur Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten verarbeiten (§ 45 BDSG). Wird in der Praxis oft als detaillierte Checkliste genutzt – als Ergänzung, nicht als Pflicht. |
| Standard-Datenschutzmodell (SDM) | Datenschutzkonferenz (DSK) der Aufsichtsbehörden | Sechs Gewährleistungsziele – Verfügbarkeit, Integrität, Vertraulichkeit, Transparenz, Intervenierbarkeit, Nichtverkettung – plus Datenminimierung als übergreifende Anforderung | Methode der Aufsichtsbehörden, um TOM aus Art. 5 DSGVO herzuleiten und zu prüfen. Sinnvoll für Datenschutz-Folgenabschätzungen und größere Organisationen, die Datenschutz systematisch modellieren. |
Viele ältere Vorlagen verwenden noch Kontrollbegriffe wie Zutritts-, Zugangs- oder Weitergabekontrolle. Das ist nicht falsch, deckt aber die Punkte Belastbarkeit, Wiederherstellbarkeit und regelmäßige Überprüfung aus Art. 32 nicht automatisch ab. Prüfen Sie bei solchen Vorlagen, ob diese Punkte fehlen.
KI-spezifische Maßnahmen
TOM für KI-Dienste: Was bei LLMs, Prompts und Logs dazukommt
Sobald ein KI-Dienst personenbezogene Daten verarbeitet – ein Chat-Assistent, eine Transkription, eine Dokumentensuche –, gilt Art. 32 auch für ihn. Die Risiken sind teils neu: Eingaben landen in Protokollen, Modelle können Daten in Antworten wiedergeben, Dokumentensuchen umgehen Berechtigungen. Diese Punkte gehören in Ihre TOM und in die Prüfung der KI-Anbieter. Es sind Empfehlungen, keine zusätzlichen gesetzlichen Pflichten.
Kein Training mit Ihren Daten
Klären Sie vertraglich und in den Einstellungen, dass der Anbieter Eingaben und Ausgaben nicht zum Training eigener Modelle nutzt. Nutzt er sie doch, handelt er insoweit nicht mehr nur nach Ihrer Weisung.
Training-Opt-out im Vertrag und in der Admin-Konsole dokumentieren
Prompt- und Antwortprotokolle
Viele Dienste speichern Verläufe und technische Logs, teils für Missbrauchskontrollen. Legen Sie fest, wie lange, wo und wer Zugriff hat – beim Anbieter und in Ihren eigenen Systemen.
Aufbewahrungsfrist und Zugriffsrechte für Logs festlegen
Datenminimierung vor dem Prompt
Was nicht ins Modell geht, kann nicht abfließen. Namen, Kundennummern oder Gesundheitsangaben lassen sich oft vorher entfernen oder pseudonymisieren, ohne dass das Ergebnis leidet.
Filter oder Regel: keine unnötigen Personendaten in Prompts
Berechtigungen bei Dokumentensuche
KI-Suchen über Laufwerke, Wikis oder Postfächer (Retrieval) können Inhalte zeigen, die eine Person sonst nicht sehen dürfte. Die Suche muss die Berechtigungen der Quellen übernehmen.
Berechtigungsprüfung im Index; Test mit eingeschränktem Konto
Geschäftskonten statt privater Zugänge
Private Accounts unterliegen anderen Bedingungen und entziehen sich Ihrer Verwaltung. Mit Firmenkonten steuern Sie Einstellungen, Zugänge und Löschung zentral.
Richtlinie zur KI-Nutzung; nur freigegebene Dienste mit Firmenkonto
Manipulation und Fehlausgaben
Präparierte Eingaben (Prompt-Injection) können ein System dazu bringen, Daten preiszugeben oder Anweisungen zu ignorieren. Für Hochrisiko-KI verlangt Art. 15 Abs. 5 KI-VO vom Anbieter Maßnahmen gegen solche Angriffe; für alle anderen ist es gute Praxis.
Ausgaben vor Weitergabe prüfen; Tests mit präparierten Eingaben
Unterauftragsverarbeiter und Drittland
Hinter einem KI-Dienst stehen oft Modell-, Hosting- und Monitoring-Anbieter, teils außerhalb der EU. Die Liste der Unterauftragsverarbeiter und die Übermittlungsgrundlage gehören in den AVV.
Unterauftragsverarbeiter-Liste und Standort je KI-Dienst prüfen
Freigabe neuer KI-Funktionen
KI-Funktionen kommen häufig per Update in bestehende Software. Ein Änderungsmanagement sorgt dafür, dass sie vor dem Einschalten bewertet werden – sonst laufen sie an Ihren TOM vorbei.
KI-Funktionen erst nach Prüfung aktivieren; Eintrag im KI-Inventar
Für Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen kommen eigene Pflichten aus der KI-Verordnung hinzu, etwa die Aufbewahrung automatisch erzeugter Protokolle für mindestens sechs Monate (Art. 26 Abs. 6 KI-VO). Diese Betreiberpflichten gelten für Anhang-III-Systeme nach dem Digital Omnibus ab dem 2. Dezember 2027. Die Datenschutzkonferenz hat eine Orientierungshilfe zu empfohlenen TOM bei Entwicklung und Betrieb von KI-Systemen veröffentlicht (siehe Quellen).
Interaktive TOM-Checkliste
TOM-Checkliste: Stand prüfen und Übersicht automatisch ausfüllen
Gehen Sie die Maßnahmen durch und markieren Sie, was umgesetzt ist. Rechts sehen Sie den Stand je Schutzziel und die offenen Punkte – und darunter einen Entwurf Ihrer TOM-Übersicht, der sich aus Ihren Antworten selbst ausfüllt. Kopieren Sie ihn in die Word-Vorlage und ergänzen Sie Details und Nachweise. Ihre Angaben bleiben im Browser.
Ihr TOM-Stand
0 von 18 beantwortet
- Pseudonymisierung und Verschlüsselung0/3
- Vertraulichkeit0/4
- Integrität0/2
- Verfügbarkeit und Wiederherstellung0/3
- Überprüfung0/2
- Organisation0/4
Noch keine Antworten – starten Sie links mit der ersten Maßnahme.
Orientierungshilfe, keine Rechtsberatung. Die Liste ist nicht abschließend; welche Maßnahmen angemessen sind, hängt vom Risiko Ihrer Verarbeitung ab.
Freie Vorlage
Word-Vorlage „Anlage TOM zum AVV“ – kostenlos und ohne Anmeldung
Die Vorlage ist nach Art. 32 Abs. 1 lit. a–d und Abs. 4 DSGVO gegliedert und enthält zu jedem Bereich Beispielmaßnahmen, Ankreuzfelder für den Status und eine Spalte für Umsetzung und Nachweis. Sie eignet sich für Auftragsverarbeiter, die ihren Kunden eine TOM-Anlage liefern, und für Verantwortliche, die ihre eigenen Maßnahmen dokumentieren.
- Deckblatt mit Parteien, Vertrag, Version und nächster Überprüfung
- Elf Abschnitte von Verschlüsselung bis Änderungshistorie
- Optionaler Abschnitt für KI-Dienste (Training, Prompt-Logs, Datenminimierung)
- Bearbeitbares .docx – läuft in Word, LibreOffice und Google Docs
SimpleAct_TOM_Anlage_Vorlage_DE.docx
Word-Dokument · 17 KB · Stand 4. Oktober 2026
Die vorausgefüllten Maßnahmen sind Beispiele. Streichen Sie, was nicht zutrifft, und beschreiben Sie, was tatsächlich umgesetzt ist.
Vorgehen
TOM erstellen in sechs Schritten
So kommen Sie von einer leeren Vorlage zu einer TOM-Dokumentation, die einer Prüfung standhält. Der Ablauf ist eine Empfehlung; Umfang und Tiefe richten sich nach Größe und Risiko Ihrer Verarbeitung.
- 1
Verarbeitungen und Systeme erfassen
Ausgangspunkt ist das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten: Welche Systeme, Standorte und Dienstleister sind beteiligt? Ohne diese Übersicht bleiben TOM abstrakt.
- 2
Risiko und Schutzbedarf einschätzen
Welche Daten, wie viele Personen, welche Folgen bei Verlust oder Offenlegung? Besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO und große Datenmengen verlangen stärkere Maßnahmen.
- 3
Bestehende Maßnahmen aufnehmen
Meist ist mehr vorhanden als dokumentiert: Firewall, Backups, Berechtigungen, Schulungen. Die Checkliste oben hilft, nichts zu übersehen.
- 4
Lücken schließen und priorisieren
Fehlende Maßnahmen nach Risiko ordnen und mit Termin und Verantwortlichen versehen. Geplante Maßnahmen als „geplant“ kennzeichnen, nicht als umgesetzt.
- 5
Nachweise hinterlegen
Zu jeder Maßnahme ein Beleg: Richtlinie, Konfigurationsauszug, Testprotokoll, Zertifikat des Rechenzentrums. Eine Behauptung ohne Beleg hilft in einer Prüfung wenig.
- 6
Überprüfen und aktualisieren
Art. 32 Abs. 1 lit. d verlangt ein Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung. Bewährt hat sich ein fester Termin (z. B. jährlich) plus Anlässe wie neue Systeme, neue Dienstleister oder ein Sicherheitsvorfall.
Häufige Fehler
Woran TOM-Dokumentationen in der Praxis scheitern
Absichtserklärungen statt Maßnahmen
„Daten werden angemessen geschützt“ ist keine Maßnahme. Beschreiben Sie konkret, was umgesetzt ist – welche Verschlüsselung, welches Verfahren, welche Zuständigkeit.
Einmal geschrieben, nie geprüft
Eine TOM-Anlage von vor fünf Jahren beschreibt oft Systeme, die es nicht mehr gibt. Art. 32 Abs. 1 lit. d und Art. 24 Abs. 1 verlangen Überprüfung und Aktualisierung.
Kopierte Muster-TOM
Eine fremde Vorlage unverändert zu übernehmen, führt zu Maßnahmen, die gar nicht bestehen. Bei einer Prüfung oder Datenpanne fällt das sofort auf.
Wiederherstellung nie getestet
Viele haben Backups, wenige haben je eine Wiederherstellung geprobt. Erst der Test zeigt, ob die Daten „rasch“ zurückkommen, wie lit. c es verlangt.
Dienstleister vergessen
TOM enden nicht an der eigenen Firewall. Cloud-, KI- und Support-Dienstleister gehören über die Auftragskontrolle und ihre eigenen TOM-Anlagen dazu.
KI-Dienste nicht erfasst
Mitarbeitende nutzen KI-Tools oft, bevor die IT davon weiß. Ohne Richtlinie und Freigabeprozess laufen Prompts mit Kundendaten an Ihren TOM vorbei.
Mit SimpleAct
TOM als lebender Katalog statt als Word-Datei im Laufwerk
Im DSGVO-Modul von SimpleAct (ab dem Professional-Plan) verwalten Sie Ihre TOM als Maßnahmenkatalog. Ein Grundgerüst mit neun Kategorien entlang Art. 32 legen Sie per Klick an – danach beschreiben Sie Ihre tatsächlichen Maßnahmen, setzen den Umsetzungsstand und hinterlegen Nachweise.
Das Grundgerüst ist ein Anfang, kein Ergebnis: Die Maßnahmen und Nachweise tragen Sie selbst ein.
- Neun Kategorien als Grundgerüst, bestehende Einträge bleiben erhalten
- Vier Status: nicht begonnen, in Umsetzung, umgesetzt, nachgewiesen
- Nachweis-Links je Maßnahme
- Verknüpfung mit Verarbeitungen im VVT und mit Dienstleistern
- Datum der letzten Prüfung je Maßnahme
- Im selben System wie KI-Inventar, AVV und Löschkonzept
FAQ
Häufige Fragen zu TOM nach DSGVO
Noch Fragen? Wir helfen gerne weiter. E-Mail schreiben · 7 Tage testen (Kreditkarte nötig)
Quellen und Stand
Zuletzt geprüft am · Redaktion SimpleAct
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), EUR-Lex
- Art. 32 DSGVO – Sicherheit der Verarbeitung
- Art. 28 DSGVO – Auftragsverarbeiter
- Art. 30 DSGVO – Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten
- Art. 25 DSGVO – Datenschutz durch Technikgestaltung
- Art. 24 DSGVO – Verantwortung des Verantwortlichen
- Art. 83 DSGVO – Geldbußen
- § 64 BDSG – Anforderungen an die Sicherheit der Datenverarbeitung
- Standard-Datenschutzmodell (ULD Schleswig-Holstein)
- Standard-Datenschutzmodell (BfDI)
- DSK: Orientierungshilfe zu empfohlenen TOM bei Entwicklung und Betrieb von KI-Systemen (PDF)
- Art. 15 KI-VO – Genauigkeit, Robustheit und Cybersicherheit
Diese Seite, die Checkliste und die Word-Vorlage dienen der Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der Wortlaut der DSGVO im Amtsblatt der EU. Beispielmaßnahmen, KI-Maßnahmen, Prüfintervalle und das Vorgehen sind Empfehlungen.
Änderungen an dieser Seite
- 4. Oktober 2026 – Neu aufgebaut: Gliederung nach Art. 32 als Tabelle mit Nachweisen, Vergleich der Gliederungen (Art. 32, § 64 BDSG, SDM), KI-spezifische Maßnahmen, interaktive TOM-Checkliste mit Entwurf, freie Word-Vorlage „Anlage TOM“.
- 14. Juni 2026 – Erste Fassung mit Schutzzielen und Checkliste.
TOM pflegen, ohne jedes Jahr bei null anzufangen
Maßnahmen, Status und Nachweise an einem Ort – verknüpft mit Verarbeitungen, Dienstleistern und KI-Systemen.