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Leitfaden · DSGVO Art. 32

Stand: 4. Oktober 2026

TOM nach Art. 32 DSGVO: Vorlage, Checkliste und Beispiele

Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) sind das Herzstück der Datensicherheit nach der DSGVO – und die Anlage, nach der jeder Kunde im AVV fragt. Hier finden Sie die Gliederung nach Art. 32 als Tabelle, KI-spezifische Maßnahmen, eine interaktive TOM-Checkliste, die aus Ihren Antworten eine Übersicht schreibt, und eine freie Word-Vorlage „Anlage TOM“.

  • Gliederung nach Art. 32 Abs. 1 lit. a–d
  • Freie Word-Vorlage „Anlage TOM“
  • KI-Maßnahmen: Prompts, Logs, Training
  • Checkliste schreibt Ihren Entwurf
app.simpleact.de

TOM-Katalog

Demo Organisation GmbH · Art. 32 DSGVO

A

Umsetzung nach Schutzziel

  • Verschlüsselung4/5
  • Vertraulichkeit5/6
  • Verfügbarkeit3/5
  • Überprüfung1/4

Zuletzt bearbeitet

  • Mehrfaktor-AuthentifizierungNachweis hinterlegt
  • WiederherstellungstestTest fällig
  • Prompt-Logs KI-AssistentFrist fehlt

Beispieldaten · 13 von 20 Maßnahmen umgesetzt

Kurz gesagt

TOM sind alle technischen und organisatorischen Vorkehrungen, mit denen Verantwortliche und Auftragsverarbeiter personenbezogene Daten nach Art. 32 DSGVO schützen – etwa Verschlüsselung, Berechtigungskonzepte, Backups und Schulungen. Eine feste Pflichtliste gibt es nicht: Die Maßnahmen müssen dem Risiko angemessen sein, regelmäßig überprüft und nachweisbar dokumentiert werden.

Grundlagen

Was TOM sind – und was Art. 32 DSGVO wirklich verlangt

Art. 32 DSGVO verpflichtet den Verantwortlichen und den Auftragsverarbeiter gleichermaßen, geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zu treffen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten. „Technisch“ meint alles, was in Systemen umgesetzt ist – Verschlüsselung, Zugangsschutz, Protokollierung, Backups. „Organisatorisch“ meint Regeln und Abläufe – Zuständigkeiten, Richtlinien, Schulungen, Verträge, Prüfprozesse. Erst beides zusammen ergibt ein Sicherheitskonzept: Die beste Verschlüsselung hilft wenig, wenn niemand Berechtigungen entzieht, wenn jemand das Unternehmen verlässt.

Welche Maßnahmen „geeignet“ sind, legt die DSGVO bewusst nicht fest. Art. 32 Abs. 1 nennt die Kriterien: den Stand der Technik, die Implementierungskosten, Art, Umfang, Umstände und Zwecke der Verarbeitung sowie Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere des Risikos für die betroffenen Personen. Abs. 2 ergänzt, worauf es bei der Risikobewertung ankommt: Vernichtung, Verlust, Veränderung, unbefugte Offenlegung oder unbefugter Zugang – ob unbeabsichtigt oder unrechtmäßig. Ein Handwerksbetrieb mit einer Kundenkartei braucht deshalb andere TOM als eine Klinik mit Gesundheitsdaten.

Konkreter wird Art. 32 Abs. 1 mit vier Punkten, die die Maßnahmen „gegebenenfalls unter anderem“ einschließen: (a) Pseudonymisierung und Verschlüsselung, (b) die Fähigkeit, Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit der Systeme und Dienste auf Dauer sicherzustellen, (c) die Fähigkeit, Verfügbarkeit und Zugang zu den Daten nach einem physischen oder technischen Zwischenfall rasch wiederherzustellen, und (d) ein Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung, Bewertung und Evaluierung der Wirksamkeit. Abs. 4 fügt eine organisatorische Pflicht hinzu: Personen, die Zugang zu personenbezogenen Daten haben, dürfen diese nur auf Anweisung des Verantwortlichen verarbeiten. Diese Punkte sind die natürliche Gliederung jeder TOM-Dokumentation – auch unserer Vorlage.

Dokumentiert werden die TOM an mehreren Stellen. Im Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten steht „wenn möglich“ eine allgemeine Beschreibung (Art. 30 Abs. 1 lit. g für Verantwortliche, Abs. 2 lit. d für Auftragsverarbeiter). Im Auftragsverarbeitungsvertrag verpflichtet sich der Dienstleister, alle nach Art. 32 erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen (Art. 28 Abs. 3 lit. c) – in der Praxis als „Anlage TOM“. Und weil der Verantwortliche nach Art. 5 Abs. 2 und Art. 24 Abs. 1 nachweisen können muss, dass er die DSGVO einhält, braucht es zu den Maßnahmen auch Belege. Art. 24 Abs. 1 sagt zudem ausdrücklich, dass die Maßnahmen erforderlichenfalls überprüft und aktualisiert werden.

Eng verwandt ist Art. 25 DSGVO: Datenschutz durch Technikgestaltung und durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen. Während Art. 32 die Sicherheit der Verarbeitung betrifft, verlangt Art. 25, dass schon bei der Gestaltung der Verarbeitung Datenschutzgrundsätze wie Datenminimierung umgesetzt werden und Voreinstellungen nur die erforderlichen Daten verarbeiten. Viele TOM-Anlagen nehmen beides auf. Wer eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführt, beschreibt dort ebenfalls die geplanten Abhilfemaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen (Art. 35 Abs. 7 lit. d) – die TOM-Dokumentation ist dafür die Grundlage.

Verstöße gegen Art. 32 fallen unter Art. 83 Abs. 4 lit. a DSGVO: Bußgelder bis 10 Millionen Euro oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Praktisch wichtiger ist oft etwas anderes: Nach einer Datenpanne fragt die Aufsichtsbehörde, welche Maßnahmen bestanden. Wer dann eine aktuelle, belegte TOM-Dokumentation vorlegen kann, steht deutlich besser da als jemand mit einer fünf Jahre alten Liste aus Absichtserklärungen.

Punkte in Art. 32 Abs. 1 lit. a–d – die Grundgliederung jeder TOM-Anlage
4
Punkte in Art. 32 Abs. 1 lit. a–d – die Grundgliederung jeder TOM-Anlage
feste Pflichtlisten: Maßgeblich ist, was dem Risiko angemessen ist
0
feste Pflichtlisten: Maßgeblich ist, was dem Risiko angemessen ist
oder 2 % Umsatz: Bußgeldrahmen bei Verstößen gegen Art. 32 (Art. 83 Abs. 4)
10 Mio. €
oder 2 % Umsatz: Bußgeldrahmen bei Verstößen gegen Art. 32 (Art. 83 Abs. 4)

Gliederung

TOM-Liste nach Art. 32 DSGVO: Schutzziele, Beispiele und Nachweise

Die Tabelle folgt Art. 32 Abs. 1 lit. a–d und Abs. 4 und ergänzt die Punkte, die in einer Anlage zum AVV üblich sind. Die Beispielmaßnahmen sind Vorschläge, keine abschließende oder verbindliche Liste – entscheidend ist, was für Ihre Verarbeitung angemessen ist. Die rechte Spalte zeigt, womit Sie die Umsetzung belegen können.

Tabelle seitlich scrollen →

TOM-Liste nach Art. 32 DSGVO: Schutzziele, Beispiele und Nachweise
Schutzziel / BereichFundstelleBeispielmaßnahmenMöglicher Nachweis
PseudonymisierungArt. 32 Abs. 1 lit. aIdentifikatoren getrennt von Nutzdaten speichern; Test- und Analysedaten pseudonymisieren; Zuordnungstabellen gesondert schützen.Datenflussbeschreibung, Konzept zur Pseudonymisierung, Zugriffsliste auf Zuordnungstabellen.
VerschlüsselungArt. 32 Abs. 1 lit. aTransportverschlüsselung für alle Verbindungen; Verschlüsselung von Datenbanken, Festplatten, Backups und mobilen Geräten; geregelte Schlüsselverwaltung.Konfigurationsauszug, Richtlinie zur Kryptografie, Liste verschlüsselter Geräte.
Vertraulichkeit – Zutritt und ZugangArt. 32 Abs. 1 lit. bZutrittsregeln für Büro und Serverräume; Passwort-Richtlinie; Mehrfaktor-Authentifizierung für Fernzugriff und Administration; automatische Bildschirmsperre.Zutrittskonzept, Auszug aus der Identity-Konfiguration, Richtlinie.
Vertraulichkeit – Zugriff und TrennungArt. 32 Abs. 1 lit. bRollen- und Berechtigungskonzept nach dem Need-to-know-Prinzip; regelmäßige Rezertifizierung; Entzug bei Austritt; Mandanten- bzw. Zwecktrennung.Berechtigungskonzept, Protokoll der letzten Rezertifizierung, Offboarding-Checkliste.
IntegritätArt. 32 Abs. 1 lit. bProtokollierung von Eingaben, Änderungen und Löschungen; manipulationsgeschützte Logs; definierte Übertragungswege; Schutz vor Schadsoftware; Patch-Management.Logging-Konzept, Beispielauszug, Patch-Report.
Verfügbarkeit und BelastbarkeitArt. 32 Abs. 1 lit. bBackup-Konzept mit getrenntem Speicherort; Redundanz; Monitoring mit Alarmierung; Schutz vor Überlastung; Kapazitätsplanung.Backup-Konzept, Monitoring-Übersicht, Angaben des Rechenzentrumsbetreibers.
Rasche WiederherstellbarkeitArt. 32 Abs. 1 lit. cDokumentiertes Wiederherstellungsverfahren; Zielwerte für Wiederanlaufzeit und maximalen Datenverlust; regelmäßige Wiederherstellungstests; Notfallplan.Notfallhandbuch, Protokoll des letzten Wiederherstellungstests.
Überprüfung und EvaluierungArt. 32 Abs. 1 lit. dFestgelegter Überprüfungsrhythmus; Schwachstellenscans oder Penetrationstests; interne Audits; Änderungsmanagement für neue Systeme und Dienstleister.Prüfplan, Testberichte, Maßnahmenliste aus Audits mit Erledigungsstand.
Weisungsbindung und Vertraulichkeit des PersonalsArt. 32 Abs. 4, Art. 28 Abs. 3 lit. bVerpflichtung auf Vertraulichkeit; dokumentierte Weisungen; Schulung und Sensibilisierung; benannte Zuständigkeiten.Unterschriebene Verpflichtungen, Schulungsnachweise, Organigramm.
AuftragskontrolleArt. 28 Abs. 1, 2, 4Dienstleister vor Beauftragung prüfen; AVV mit allen Pflichtinhalten; Liste der Unterauftragsverarbeiter; regelmäßige Kontrolle.AVV-Übersicht, Prüfvermerke, aktuelle Unterauftragsverarbeiter-Liste.
Datenschutz durch Technik und VoreinstellungenArt. 25Nur erforderliche Pflichtfelder; restriktive Standard-Sichtbarkeit; Löschfristen im System hinterlegt; Datenminimierung beim Design neuer Funktionen.Designentscheidungen im Ticket, Screenshot der Voreinstellungen, Löschkonzept.
Umgang mit DatenschutzverletzungenArt. 33, 34Meldeprozess mit Zuständigkeiten; Erkennung von Vorfällen; Auftragsverarbeiter melden unverzüglich an den Verantwortlichen (Art. 33 Abs. 2).Incident-Prozess, Kontaktliste, Vorfallregister.

Art. 32 verlangt „geeignete“ Maßnahmen nach Risiko, Stand der Technik und Kosten – nicht jede Zeile ist für jede Verarbeitung erforderlich, und manche Verarbeitung braucht mehr. Die Nachweise sind Beispiele.

Gliederungen im Vergleich

Art. 32, § 64 BDSG oder Standard-Datenschutz­modell: Wie Sie Ihre TOM gliedern

In TOM-Anlagen begegnen Ihnen drei Gliederungen. Keine ist gesetzlich für alle vorgeschrieben – wichtig ist, dass die Anlage vollständig, verständlich und prüfbar ist. Für die meisten Unternehmen ist die Gliederung nach Art. 32 der beste Ausgangspunkt.

Tabelle seitlich scrollen →

Art. 32, § 64 BDSG oder Standard-Datenschutzmodell: Wie Sie Ihre TOM gliedern
GliederungHerkunftAufbauWann sinnvoll
Nach Art. 32 DSGVOArt. 32 Abs. 1 lit. a–d, Abs. 4 DSGVOPseudonymisierung und Verschlüsselung · Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit, Belastbarkeit · Wiederherstellbarkeit · Überprüfung · WeisungsbindungStandard für Anlagen zum AVV und für das Verarbeitungsverzeichnis. Folgt direkt dem Gesetzestext, daher für Kunden und Aufsicht leicht nachvollziehbar. Grundlage unserer Vorlage.
Kontrollziele nach § 64 Abs. 3 BDSG§ 64 Abs. 3 BDSG (Teil 3)14 Zwecke: u. a. Zugangs-, Datenträger-, Speicher-, Benutzer-, Zugriffs-, Übertragungs-, Eingabe-, Transport-, Auftrags- und Verfügbarkeitskontrolle, Wiederherstellbarkeit, Zuverlässigkeit, Datenintegrität, TrennbarkeitGilt unmittelbar nur für Behörden, die Daten zur Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten verarbeiten (§ 45 BDSG). Wird in der Praxis oft als detaillierte Checkliste genutzt – als Ergänzung, nicht als Pflicht.
Standard-Datenschutz­modell (SDM)Datenschutzkonferenz (DSK) der AufsichtsbehördenSechs Gewährleistungsziele – Verfügbarkeit, Integrität, Vertraulichkeit, Transparenz, Intervenierbarkeit, Nichtverkettung – plus Datenminimierung als übergreifende AnforderungMethode der Aufsichtsbehörden, um TOM aus Art. 5 DSGVO herzuleiten und zu prüfen. Sinnvoll für Datenschutz-Folgenabschätzungen und größere Organisationen, die Datenschutz systematisch modellieren.

Viele ältere Vorlagen verwenden noch Kontrollbegriffe wie Zutritts-, Zugangs- oder Weitergabekontrolle. Das ist nicht falsch, deckt aber die Punkte Belastbarkeit, Wiederherstellbarkeit und regelmäßige Überprüfung aus Art. 32 nicht automatisch ab. Prüfen Sie bei solchen Vorlagen, ob diese Punkte fehlen.

KI-spezifische Maßnahmen

TOM für KI-Dienste: Was bei LLMs, Prompts und Logs dazukommt

Sobald ein KI-Dienst personenbezogene Daten verarbeitet – ein Chat-Assistent, eine Transkription, eine Dokumentensuche –, gilt Art. 32 auch für ihn. Die Risiken sind teils neu: Eingaben landen in Protokollen, Modelle können Daten in Antworten wiedergeben, Dokumentensuchen umgehen Berechtigungen. Diese Punkte gehören in Ihre TOM und in die Prüfung der KI-Anbieter. Es sind Empfehlungen, keine zusätzlichen gesetzlichen Pflichten.

01

Kein Training mit Ihren Daten

Klären Sie vertraglich und in den Einstellungen, dass der Anbieter Eingaben und Ausgaben nicht zum Training eigener Modelle nutzt. Nutzt er sie doch, handelt er insoweit nicht mehr nur nach Ihrer Weisung.

Training-Opt-out im Vertrag und in der Admin-Konsole dokumentieren

02

Prompt- und Antwortprotokolle

Viele Dienste speichern Verläufe und technische Logs, teils für Missbrauchskontrollen. Legen Sie fest, wie lange, wo und wer Zugriff hat – beim Anbieter und in Ihren eigenen Systemen.

Aufbewahrungsfrist und Zugriffsrechte für Logs festlegen

03

Datenminimierung vor dem Prompt

Was nicht ins Modell geht, kann nicht abfließen. Namen, Kundennummern oder Gesundheitsangaben lassen sich oft vorher entfernen oder pseudonymisieren, ohne dass das Ergebnis leidet.

Filter oder Regel: keine unnötigen Personendaten in Prompts

04

Berechtigungen bei Dokumentensuche

KI-Suchen über Laufwerke, Wikis oder Postfächer (Retrieval) können Inhalte zeigen, die eine Person sonst nicht sehen dürfte. Die Suche muss die Berechtigungen der Quellen übernehmen.

Berechtigungsprüfung im Index; Test mit eingeschränktem Konto

05

Geschäftskonten statt privater Zugänge

Private Accounts unterliegen anderen Bedingungen und entziehen sich Ihrer Verwaltung. Mit Firmenkonten steuern Sie Einstellungen, Zugänge und Löschung zentral.

Richtlinie zur KI-Nutzung; nur freigegebene Dienste mit Firmenkonto

06

Manipulation und Fehlausgaben

Präparierte Eingaben (Prompt-Injection) können ein System dazu bringen, Daten preiszugeben oder Anweisungen zu ignorieren. Für Hochrisiko-KI verlangt Art. 15 Abs. 5 KI-VO vom Anbieter Maßnahmen gegen solche Angriffe; für alle anderen ist es gute Praxis.

Ausgaben vor Weitergabe prüfen; Tests mit präparierten Eingaben

07

Unterauftragsverarbeiter und Drittland

Hinter einem KI-Dienst stehen oft Modell-, Hosting- und Monitoring-Anbieter, teils außerhalb der EU. Die Liste der Unterauftragsverarbeiter und die Übermittlungsgrundlage gehören in den AVV.

Unterauftragsverarbeiter-Liste und Standort je KI-Dienst prüfen

08

Freigabe neuer KI-Funktionen

KI-Funktionen kommen häufig per Update in bestehende Software. Ein Änderungsmanagement sorgt dafür, dass sie vor dem Einschalten bewertet werden – sonst laufen sie an Ihren TOM vorbei.

KI-Funktionen erst nach Prüfung aktivieren; Eintrag im KI-Inventar

Für Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen kommen eigene Pflichten aus der KI-Verordnung hinzu, etwa die Aufbewahrung automatisch erzeugter Protokolle für mindestens sechs Monate (Art. 26 Abs. 6 KI-VO). Diese Betreiberpflichten gelten für Anhang-III-Systeme nach dem Digital Omnibus ab dem 2. Dezember 2027. Die Datenschutzkonferenz hat eine Orientierungshilfe zu empfohlenen TOM bei Entwicklung und Betrieb von KI-Systemen veröffentlicht (siehe Quellen).

Interaktive TOM-Checkliste

TOM-Checkliste: Stand prüfen und Übersicht automatisch ausfüllen

Gehen Sie die Maßnahmen durch und markieren Sie, was umgesetzt ist. Rechts sehen Sie den Stand je Schutzziel und die offenen Punkte – und darunter einen Entwurf Ihrer TOM-Übersicht, der sich aus Ihren Antworten selbst ausfüllt. Kopieren Sie ihn in die Word-Vorlage und ergänzen Sie Details und Nachweise. Ihre Angaben bleiben im Browser.

Pseudonymisierung und Verschlüsselung · Art. 32 Abs. 1 lit. a
  • Transportverschlüsselung

    Alle Verbindungen mit personenbezogenen Daten sind verschlüsselt (z. B. TLS).

  • Verschlüsselung gespeicherter Daten

    Datenbanken, Festplatten, Backups und mobile Geräte.

  • Pseudonymisierung, wo möglich

    Etwa für Test-, Statistik- und Analysedaten.

Vertraulichkeit · Art. 32 Abs. 1 lit. b
  • Mehrfaktor-Authentifizierung

    Für Fernzugriff, Administration und Cloud-Dienste.

  • Rollen- und Berechtigungskonzept

    Zugriff nur im erforderlichen Umfang (Need-to-know).

  • Berechtigungen regelmäßig prüfen

    Rezertifizierung und Entzug bei Austritt oder Rollenwechsel.

  • Zutritt zu Räumen geregelt

    Büro, Serverraum, Archiv; Besucherregelung.

Integrität · Art. 32 Abs. 1 lit. b
  • Protokollierung von Änderungen

    Wer hat wann welche Daten eingegeben, geändert, gelöscht?

  • Schutz vor Schadsoftware und Patches

    Virenschutz, zeitnahe Sicherheitsupdates.

Verfügbarkeit und Wiederherstellung · Art. 32 Abs. 1 lit. b, c
  • Backups mit getrenntem Speicherort

    Umfang, Häufigkeit und Aufbewahrung festgelegt.

  • Wiederherstellung getestet

    Regelmäßige Tests mit Protokoll – nicht nur Backups.

  • Monitoring und Notfallplan

    Alarmierung bei Ausfällen; Zuständigkeiten im Notfall.

Überprüfung · Art. 32 Abs. 1 lit. d
  • Fester Überprüfungsrhythmus

    TOM werden regelmäßig und anlassbezogen überprüft.

  • Technische Prüfungen

    Schwachstellenscans, Penetrationstests oder Audits.

Organisation · Art. 32 Abs. 4, Art. 28
  • Verpflichtung auf Vertraulichkeit

    Alle Personen mit Zugang zu personenbezogenen Daten.

  • Schulung und Sensibilisierung

    Regelmäßig, mit Nachweis.

  • Dienstleister geprüft, AVV vorhanden

    Prüfung vor Beauftragung, Unterauftragsverarbeiter bekannt.

  • Prozess für Datenpannen

    Erkennen, bewerten, binnen 72 Stunden melden.

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Ihr TOM-Stand

0 von 18 beantwortet

A
0%umgesetzt
  • Pseudonymisierung und Verschlüsselung0/3
  • Vertraulichkeit0/4
  • Integrität0/2
  • Verfügbarkeit und Wiederherstellung0/3
  • Überprüfung0/2
  • Organisation0/4

Noch keine Antworten – starten Sie links mit der ersten Maßnahme.

Orientierungshilfe, keine Rechtsberatung. Die Liste ist nicht abschließend; welche Maßnahmen angemessen sind, hängt vom Risiko Ihrer Verarbeitung ab.

Freie Vorlage

Word-Vorlage „Anlage TOM zum AVV“ – kostenlos und ohne Anmeldung

Die Vorlage ist nach Art. 32 Abs. 1 lit. a–d und Abs. 4 DSGVO gegliedert und enthält zu jedem Bereich Beispielmaßnahmen, Ankreuzfelder für den Status und eine Spalte für Umsetzung und Nachweis. Sie eignet sich für Auftragsverarbeiter, die ihren Kunden eine TOM-Anlage liefern, und für Verantwortliche, die ihre eigenen Maßnahmen dokumentieren.

  • Deckblatt mit Parteien, Vertrag, Version und nächster Überprüfung
  • Elf Abschnitte von Verschlüsselung bis Änderungshistorie
  • Optionaler Abschnitt für KI-Dienste (Training, Prompt-Logs, Datenminimierung)
  • Bearbeitbares .docx – läuft in Word, LibreOffice und Google Docs

SimpleAct_TOM_Anlage_Vorlage_DE.docx

Word-Dokument · 17 KB · Stand 4. Oktober 2026

Anlage TOM herunterladen (.docx)

Die vorausgefüllten Maßnahmen sind Beispiele. Streichen Sie, was nicht zutrifft, und beschreiben Sie, was tatsächlich umgesetzt ist.

Vorgehen

TOM erstellen in sechs Schritten

So kommen Sie von einer leeren Vorlage zu einer TOM-Dokumentation, die einer Prüfung standhält. Der Ablauf ist eine Empfehlung; Umfang und Tiefe richten sich nach Größe und Risiko Ihrer Verarbeitung.

  1. 1

    Verarbeitungen und Systeme erfassen

    Ausgangspunkt ist das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten: Welche Systeme, Standorte und Dienstleister sind beteiligt? Ohne diese Übersicht bleiben TOM abstrakt.

  2. 2

    Risiko und Schutzbedarf einschätzen

    Welche Daten, wie viele Personen, welche Folgen bei Verlust oder Offenlegung? Besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO und große Datenmengen verlangen stärkere Maßnahmen.

  3. 3

    Bestehende Maßnahmen aufnehmen

    Meist ist mehr vorhanden als dokumentiert: Firewall, Backups, Berechtigungen, Schulungen. Die Checkliste oben hilft, nichts zu übersehen.

  4. 4

    Lücken schließen und priorisieren

    Fehlende Maßnahmen nach Risiko ordnen und mit Termin und Verantwortlichen versehen. Geplante Maßnahmen als „geplant“ kennzeichnen, nicht als umgesetzt.

  5. 5

    Nachweise hinterlegen

    Zu jeder Maßnahme ein Beleg: Richtlinie, Konfigurationsauszug, Testprotokoll, Zertifikat des Rechenzentrums. Eine Behauptung ohne Beleg hilft in einer Prüfung wenig.

  6. 6

    Überprüfen und aktualisieren

    Art. 32 Abs. 1 lit. d verlangt ein Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung. Bewährt hat sich ein fester Termin (z. B. jährlich) plus Anlässe wie neue Systeme, neue Dienstleister oder ein Sicherheitsvorfall.

Häufige Fehler

Woran TOM-Dokumen­tationen in der Praxis scheitern

Absichtserklärungen statt Maßnahmen

„Daten werden angemessen geschützt“ ist keine Maßnahme. Beschreiben Sie konkret, was umgesetzt ist – welche Verschlüsselung, welches Verfahren, welche Zuständigkeit.

Einmal geschrieben, nie geprüft

Eine TOM-Anlage von vor fünf Jahren beschreibt oft Systeme, die es nicht mehr gibt. Art. 32 Abs. 1 lit. d und Art. 24 Abs. 1 verlangen Überprüfung und Aktualisierung.

Kopierte Muster-TOM

Eine fremde Vorlage unverändert zu übernehmen, führt zu Maßnahmen, die gar nicht bestehen. Bei einer Prüfung oder Datenpanne fällt das sofort auf.

Wiederherstellung nie getestet

Viele haben Backups, wenige haben je eine Wiederherstellung geprobt. Erst der Test zeigt, ob die Daten „rasch“ zurückkommen, wie lit. c es verlangt.

Dienstleister vergessen

TOM enden nicht an der eigenen Firewall. Cloud-, KI- und Support-Dienstleister gehören über die Auftragskontrolle und ihre eigenen TOM-Anlagen dazu.

KI-Dienste nicht erfasst

Mitarbeitende nutzen KI-Tools oft, bevor die IT davon weiß. Ohne Richtlinie und Freigabeprozess laufen Prompts mit Kundendaten an Ihren TOM vorbei.

Mit SimpleAct

TOM als lebender Katalog statt als Word-Datei im Laufwerk

Im DSGVO-Modul von SimpleAct (ab dem Professional-Plan) verwalten Sie Ihre TOM als Maßnahmenkatalog. Ein Grundgerüst mit neun Kategorien entlang Art. 32 legen Sie per Klick an – danach beschreiben Sie Ihre tatsächlichen Maßnahmen, setzen den Umsetzungsstand und hinterlegen Nachweise.

Das Grundgerüst ist ein Anfang, kein Ergebnis: Die Maßnahmen und Nachweise tragen Sie selbst ein.

  • Neun Kategorien als Grundgerüst, bestehende Einträge bleiben erhalten
  • Vier Status: nicht begonnen, in Umsetzung, umgesetzt, nachgewiesen
  • Nachweis-Links je Maßnahme
  • Verknüpfung mit Verarbeitungen im VVT und mit Dienstleistern
  • Datum der letzten Prüfung je Maßnahme
  • Im selben System wie KI-Inventar, AVV und Löschkonzept
DSGVO-Modul ansehen

FAQ

Häufige Fragen zu TOM nach DSGVO

TOM steht für technische und organisatorische Maßnahmen. Gemeint sind alle Vorkehrungen, mit denen Verantwortliche und Auftragsverarbeiter die Sicherheit personenbezogener Daten nach Art. 32 DSGVO gewährleisten – technisch etwa Verschlüsselung, Zugangsschutz und Backups, organisatorisch etwa Richtlinien, Schulungen und Zuständigkeiten.
Nein. Art. 32 DSGVO nennt Schutzziele und Beispiele (lit. a–d), schreibt aber keine feste Liste vor. Die Maßnahmen müssen nach Stand der Technik, Implementierungskosten, Art und Umfang der Verarbeitung sowie dem Risiko für die betroffenen Personen angemessen sein. Mustervorlagen wie unsere sind ein Ausgangspunkt, kein Pflichtkatalog.
Nach Art. 28 Abs. 3 lit. c DSGVO muss sich der Auftragsverarbeiter im AVV verpflichten, alle nach Art. 32 erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen. In der Praxis beschreibt er diese Maßnahmen in einer Anlage zum Vertrag – der „Anlage TOM“. Der Verantwortliche nutzt sie, um zu prüfen, ob der Dienstleister hinreichende Garantien bietet (Art. 28 Abs. 1).
Beide. Art. 32 verpflichtet Verantwortliche und Auftragsverarbeiter gleichermaßen. Im Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten steht nach Art. 30 Abs. 1 lit. g bzw. Abs. 2 lit. d „wenn möglich“ eine allgemeine Beschreibung der TOM. Der Verantwortliche muss zudem nachweisen können, dass er die DSGVO einhält (Art. 5 Abs. 2, Art. 24 Abs. 1).
Art. 32 Abs. 1 lit. d verlangt ein Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung, Bewertung und Evaluierung der Wirksamkeit, nennt aber kein festes Intervall. Bewährt hat sich eine jährliche Überprüfung plus anlassbezogene Prüfungen – etwa bei neuen Systemen, neuen Dienstleistern oder nach einem Sicherheitsvorfall. Das ist eine Empfehlung, keine gesetzliche Frist.
Art. 32 betrifft die Sicherheit der Verarbeitung: Schutz vor Verlust, Veränderung und unbefugtem Zugang. Art. 25 verlangt Datenschutz durch Technikgestaltung und datenschutzfreundliche Voreinstellungen – also dass Grundsätze wie Datenminimierung schon beim Design umgesetzt werden. Beides wird oft in einer TOM-Dokumentation zusammengefasst.
Nein. Die DSGVO verwendet diese Begriffe nicht. Eine Gliederung nach Art. 32 Abs. 1 lit. a–d ist am nächsten am Gesetz. Die Kontrollziele in § 64 Abs. 3 BDSG gelten unmittelbar nur für Behörden im Bereich der Straftatenverfolgung (§ 45 BDSG), lassen sich aber als ergänzende Checkliste nutzen.
Art. 32 gilt auch für KI-Dienste. Wichtig sind vor allem: kein Training des Anbieters mit Ihren Daten, geregelte Aufbewahrung von Prompt- und Antwortprotokollen, Datenminimierung vor der Eingabe, Berechtigungen bei KI-Dokumentensuche, Firmenkonten statt privater Zugänge und ein Freigabeprozess für neue KI-Funktionen. Das sind Empfehlungen; welche Maßnahmen angemessen sind, hängt vom Risiko ab.
Es ist ein wichtiger Beleg, ersetzt aber nicht die Prüfung im Einzelfall. Prüfen Sie, ob das Zertifikat die Leistung und die Standorte abdeckt, die Sie nutzen. Nach Art. 28 Abs. 5 und Art. 32 Abs. 3 DSGVO können genehmigte Verhaltensregeln oder ein genehmigtes Zertifizierungsverfahren nach Art. 42 als Faktor für den Nachweis herangezogen werden.
Verstöße gegen Art. 32 können nach Art. 83 Abs. 4 lit. a DSGVO mit bis zu 10 Millionen Euro oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Hinzu kommen mögliche Schadenersatzansprüche nach Art. 82 – und im Ernstfall die Frage der Aufsichtsbehörde, welche Maßnahmen bestanden.

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Quellen und Stand

Zuletzt geprüft am · Redaktion SimpleAct

Diese Seite, die Checkliste und die Word-Vorlage dienen der Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der Wortlaut der DSGVO im Amtsblatt der EU. Beispielmaßnahmen, KI-Maßnahmen, Prüfintervalle und das Vorgehen sind Empfehlungen.

Änderungen an dieser Seite

  • 4. Oktober 2026 – Neu aufgebaut: Gliederung nach Art. 32 als Tabelle mit Nachweisen, Vergleich der Gliederungen (Art. 32, § 64 BDSG, SDM), KI-spezifische Maßnahmen, interaktive TOM-Checkliste mit Entwurf, freie Word-Vorlage „Anlage TOM“.
  • 14. Juni 2026 – Erste Fassung mit Schutzzielen und Checkliste.

TOM pflegen, ohne jedes Jahr bei null anzufangen

Maßnahmen, Status und Nachweise an einem Ort – verknüpft mit Verarbeitungen, Dienstleistern und KI-Systemen.