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Leitfaden · DSGVO Art. 7, § 25 TDDDG

Stand: 4. Oktober 2026

Einwilligungs­management: Wirksame Einwilligungen nach DSGVO und TDDDG

Cookie-Banner, Newsletter, Talentpool, KI-Funktionen: Wo Sie sich auf eine Einwilligung stützen, muss sie wirksam sein und sich nachweisen lassen. Hier finden Sie alle Voraussetzungen als Tabelle, wann welche Einwilligung nötig ist, was Sie als Nachweis speichern sollten und einen Check, der Lücken gleich als Korrekturliste ausgibt.

  • Alle Wirksamkeitsvoraussetzungen
  • Cookies, Newsletter, Art. 9 und Drittland
  • Was als Nachweis gespeichert wird
  • Check mit Korrekturliste
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Einwilligungen

Cookie-Banner · Website

A
  • Technisch notwendig§ 25 Abs. 2 TDDDG
  • StatistikEinwilligung
  • MarketingEinwilligung
  • Externe MedienEinwilligung
Alle ablehnenAuswahl speichernAlle akzeptieren

Letzter Nachweis

04.10.2026 · 09:41 · Besucher a7f3… · Statistik · Banner v3

Beispieldaten · Ablehnen so prominent wie Zustimmen

Kurz gesagt

Eine Einwilligung ist nach Art. 4 Nr. 11 und Art. 7 DSGVO nur wirksam, wenn sie freiwillig, für den bestimmten Fall, informiert und durch eine eindeutige bestätigende Handlung erteilt wird. Sie muss jederzeit so einfach widerrufbar sein, wie sie erteilt wurde, und der Verantwortliche muss sie nachweisen können. Für Cookies gilt zusätzlich § 25 TDDDG.

Grundlagen

Was eine wirksame Einwilligung ausmacht – und was Einwilligungs­management bedeutet

Die Einwilligung ist eine von sechs Rechtsgrundlagen in Art. 6 Abs. 1 DSGVO (lit. a). Die DSGVO definiert sie als jede freiwillig für den bestimmten Fall, in informierter Weise und unmissverständlich abgegebene Willensbekundung in Form einer Erklärung oder einer sonstigen eindeutigen bestätigenden Handlung (Art. 4 Nr. 11). Fehlt eines dieser Merkmale, ist die Einwilligung unwirksam – und die Verarbeitung hat keine Rechtsgrundlage, wenn keine andere greift.

Art. 7 ergänzt die Bedingungen. Der Verantwortliche muss nachweisen können, dass eingewilligt wurde (Abs. 1). Steht die Einwilligung in einer Erklärung, die auch andere Dinge regelt, muss sie klar davon unterscheidbar sein (Abs. 2). Die Person kann jederzeit widerrufen, wird vorher darüber informiert, und der Widerruf muss so einfach sein wie die Erteilung (Abs. 3). Und die Freiwilligkeit ist zweifelhaft, wenn ein Vertrag von einer Einwilligung in Verarbeitungen abhängig gemacht wird, die für den Vertrag nicht nötig sind (Abs. 4, „Kopplungsverbot“).

Erwägungsgrund 32 macht die „eindeutige bestätigende Handlung“ konkret: Ein Kästchen anklicken oder technische Einstellungen wählen kann genügen; Stillschweigen, bereits angekreuzte Kästchen oder Untätigkeit sind keine Einwilligung. Dient eine Verarbeitung mehreren Zwecken, ist für jeden Zweck eine Einwilligung nötig. Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) stellt in seinen Leitlinien 05/2020 klar, dass Scrollen oder Wischen durch eine Website keine eindeutige bestätigende Handlung ist.

Für Cookies und ähnliche Technologien gilt in Deutschland zusätzlich § 25 TDDDG (früher TTDSG). Das Speichern von Informationen auf dem Endgerät oder der Zugriff darauf ist nur mit Einwilligung zulässig – es sei denn, es ist unbedingt erforderlich, damit ein ausdrücklich gewünschter digitaler Dienst bereitgestellt werden kann, oder dient allein der Übertragung einer Nachricht über ein öffentliches Telekommunikationsnetz. Information und Einwilligung richten sich nach der DSGVO. Für Cookie-Walls, bei denen der Zugang zu Inhalten von der Zustimmung abhängt, hält der EDSA die Einwilligung nicht für freiwillig.

Für Werbung per E-Mail verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Eine Ausnahme gilt für Bestandskunden: Wer die Adresse im Zusammenhang mit einem Verkauf erhalten hat, darf für eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen werben, solange der Kunde nicht widersprochen hat und bei Erhebung und jeder Verwendung auf das Widerspruchsrecht hingewiesen wird (§ 7 Abs. 3 UWG).

Einwilligungsmanagement heißt, diese Anforderungen dauerhaft zu erfüllen: Zwecke festlegen, Texte und Banner gestalten, Einwilligungen mit Version und Zeitpunkt speichern, Widerrufe sofort umsetzen und in allen Systemen berücksichtigen. Fehlt der Nachweis, gilt die Einwilligung praktisch als nicht erteilt. Eine Einwilligung hat nach dem EDSA kein festes Ablaufdatum; ändern sich die Verarbeitungen erheblich, ist sie aber neu einzuholen, und eine Auffrischung in angemessenen Abständen empfiehlt der EDSA als gute Praxis.

Nicht jede Verarbeitung braucht eine Einwilligung – oft ist sie sogar die schlechtere Wahl. Wo ein Vertrag, eine gesetzliche Pflicht oder ein berechtigtes Interesse trägt, ist eine Einwilligung unnötig und kann bei einem Widerruf zu Missverständnissen führen. Im Beschäftigungsverhältnis hält der EDSA eine freiwillige Einwilligung wegen des Abhängigkeitsverhältnisses nur in Ausnahmefällen für möglich. Wählen Sie die Rechtsgrundlage deshalb bewusst und dokumentieren Sie sie im Verarbeitungsverzeichnis.

Merkmale: freiwillig, bestimmt, informiert, unmissverständlich (Art. 4 Nr. 11)
4
Merkmale: freiwillig, bestimmt, informiert, unmissverständlich (Art. 4 Nr. 11)
Jahre: Altersgrenze bei Online-Diensten für Kinder, national bis 13 absenkbar (Art. 8)
16
Jahre: Altersgrenze bei Online-Diensten für Kinder, national bis 13 absenkbar (Art. 8)
oder 4 % Umsatz: Bußgeldrahmen bei Verstößen gegen Art. 6, 7, 9 (Art. 83 Abs. 5)
20 Mio. €
oder 4 % Umsatz: Bußgeldrahmen bei Verstößen gegen Art. 6, 7, 9 (Art. 83 Abs. 5)

Voraussetzungen

Wann eine Einwilligung wirksam ist: alle Anforderungen

Die Merkmale aus Art. 4 Nr. 11 und die Bedingungen aus Art. 7 und 8 DSGVO – mit den häufigsten Fehlern aus der Praxis.

Freiwillig
Was das bedeutetEchte Wahl ohne Nachteile; kein klares Ungleichgewicht; getrennte Einwilligung für verschiedene Vorgänge, wo angebracht
Typischer FehlerZugang zu Inhalten nur nach Zustimmung (Cookie-Wall)
FundstelleArt. 4 Nr. 11; ErwG 42, 43
Kopplungsverbot
Was das bedeutetVertrag nicht von einer Einwilligung in nicht erforderliche Verarbeitungen abhängig machen
Typischer FehlerGewinnspiel nur mit Werbeeinwilligung bei Dritten
FundstelleArt. 7 Abs. 4
Für den bestimmten Fall
Was das bedeutetKonkreter Zweck; bei mehreren Zwecken je Zweck eine Einwilligung
Typischer Fehler„Für Marketingzwecke und Partner“ ohne Konkretisierung
FundstelleArt. 4 Nr. 11; ErwG 32
Informiert
Was das bedeutetMindestens: wer verantwortlich ist und für welche Zwecke verarbeitet wird
Typischer FehlerAnbieter oder Empfänger erst nach dem Klick sichtbar
FundstelleArt. 4 Nr. 11; ErwG 42
Unmissverständlich, aktiv
Was das bedeutetEindeutige bestätigende Handlung; kein Schweigen, kein vorangekreuztes Kästchen, keine Untätigkeit
Typischer FehlerVorausgewählte Häkchen, „Weitersurfen gilt als Zustimmung“
FundstelleArt. 4 Nr. 11; ErwG 32
Klar abgegrenzt
Was das bedeutetIn einer Erklärung mit anderen Inhalten klar unterscheidbar, verständlich und in einfacher Sprache
Typischer FehlerEinwilligung versteckt in AGB
FundstelleArt. 7 Abs. 2
Widerruf jederzeit und einfach
Was das bedeutetWiderruf so einfach wie Erteilung; vorher darauf hinweisen; wirkt für die Zukunft
Typischer FehlerZustimmen per Klick, Widerruf nur per Brief
FundstelleArt. 7 Abs. 3
Nachweisbar
Was das bedeutetDer Verantwortliche muss die Einwilligung belegen können
Typischer FehlerKein Protokoll, keine Textversion gespeichert
FundstelleArt. 7 Abs. 1
Kinder bei Online-Diensten
Was das bedeutetUnter 16 Jahren Zustimmung der Eltern; Mitgliedstaaten können bis 13 absenken; angemessene Prüfung
Typischer FehlerKeine Altersabfrage bei einem Angebot an Kinder
FundstelleArt. 8
Ausdrücklich in Sonderfällen
Was das bedeutetFür besondere Kategorien, automatisierte Entscheidungen und bestimmte Drittlandübermittlungen ausdrückliche Einwilligung
Typischer FehlerGesundheitsdaten mit allgemeinem Häkchen
FundstelleArt. 9 Abs. 2 lit. a; Art. 22 Abs. 2 lit. c; Art. 49 Abs. 1 lit. a

Wer sich auf eine Einwilligung stützt, muss auch Art. 13 erfüllen und auf das Widerrufsrecht hinweisen (Art. 13 Abs. 2 lit. c).

Anwendungsfälle

Wann Sie welche Einwilligung brauchen

Häufige Situationen im Unternehmen und die Vorschriften, die eine Einwilligung verlangen. Ob im Einzelfall eine andere Rechtsgrundlage greift, ist gesondert zu prüfen.

Cookies und Tracking, nicht unbedingt erforderlich
Einwilligung nötig?Ja
HinweisFür die nachfolgende Verarbeitung personenbezogener Daten gilt zusätzlich die DSGVO
Vorschrift§ 25 Abs. 1 TDDDG; Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO
Technisch unbedingt erforderliche Cookies
Einwilligung nötig?Nein
HinweisNur für einen ausdrücklich gewünschten Dienst; im Banner nicht als Häkchen darstellen
Vorschrift§ 25 Abs. 2 Nr. 2 TDDDG
E-Mail-Newsletter an Neukunden
Einwilligung nötig?Ja, vorherige ausdrückliche
HinweisDouble-Opt-in hilft beim Nachweis
Vorschrift§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG; Art. 7 DSGVO
E-Mail-Werbung an Bestandskunden
Einwilligung nötig?Nicht zwingend
HinweisNur eigene ähnliche Produkte, Adresse aus einem Verkauf, Hinweis auf Widerspruch bei jeder Verwendung
Vorschrift§ 7 Abs. 3 UWG
Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern
Einwilligung nötig?Ja, vorherige ausdrückliche
HinweisGegenüber Unternehmen genügt eine zumindest mutmaßliche Einwilligung
Vorschrift§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG
Gesundheitsdaten oder andere besondere Kategorien
Einwilligung nötig?Wenn keine andere Ausnahme greift: ausdrücklich
HinweisAndere Ausnahmen nach Art. 9 Abs. 2 prüfen
VorschriftArt. 9 Abs. 2 lit. a DSGVO
Bewerbungen im Talentpool
Einwilligung nötig?Üblicherweise ja (Empfehlung)
HinweisÜber das konkrete Verfahren hinaus; Dauer nennen
VorschriftArt. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO
Drittlandübermittlung ohne andere Grundlage
Einwilligung nötig?Ja, ausdrücklich, nach Information über Risiken
HinweisAusnahme, nicht Regel – vorrangig Art. 45, 46
VorschriftArt. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO
Ausschließlich automatisierte Entscheidung
Einwilligung nötig?Eine von drei Ausnahmen: ausdrücklich
HinweisDann Recht auf menschliches Eingreifen sichern (Abs. 3)
VorschriftArt. 22 Abs. 2 lit. c DSGVO

UWG und TDDDG sind deutsches Recht. Für andere Länder gelten deren Umsetzungen der ePrivacy-Richtlinie.

Interaktiv

Einwilligungs-Check: Ist Ihre Einwilligung wirksam?

Nehmen Sie einen konkreten Einwilligungsprozess – Cookie-Banner, Newsletter-Formular, Talentpool – und beantworten Sie zwölf Fragen. Rechts sehen Sie, was fehlt, und eine Korrekturliste zum Weitergeben. Es werden keine Daten gespeichert oder übertragen.

  • Aktive Handlung

    Zustimmung durch Klick oder Auswahl, keine vorangekreuzten Kästchen. Art. 4 Nr. 11, ErwG 32

  • Kein Weitersurfen als Zustimmung

    Scrollen, Wischen oder Schließen gilt nicht als Einwilligung. EDSA 05/2020

  • Ablehnen so einfach wie Zustimmen

    Gleichwertige Option zum Ablehnen auf derselben Ebene – sonst ist die Wahl nicht frei. Art. 4 Nr. 11, ErwG 42; Auslegung der Aufsichtsbehörden (EDSA Cookie-Banner-Taskforce 2023)

  • Kein Zwang

    Inhalte oder Leistung auch ohne Zustimmung erreichbar. Art. 7 Abs. 4, EDSA 05/2020

  • Zwecke einzeln wählbar

    Je Zweck eine eigene Zustimmung möglich. ErwG 32, 43

  • Verantwortlicher und Zwecke genannt

    Vor der Zustimmung sichtbar, inkl. Empfänger/Anbieter. Art. 4 Nr. 11, ErwG 42

  • Getrennt von anderen Erklärungen

    Nicht in AGB oder Vertragstext versteckt. Art. 7 Abs. 2

  • Hinweis auf Widerruf vorher

    Vor Abgabe über das Widerrufsrecht informiert. Art. 7 Abs. 3 S. 3

  • Widerruf jederzeit einfach möglich

    Gleicher Kanal, gleicher Aufwand, z. B. Link oder Banner erneut öffnen. Art. 7 Abs. 3

  • Nachweis gespeichert

    Wer, wann, worin, welche Textversion. Art. 7 Abs. 1

  • Widerruf technisch umgesetzt

    Nach Widerruf werden Daten nicht mehr für den Zweck genutzt. Art. 7 Abs. 3, Art. 17 Abs. 1 lit. b

  • Sonderfälle beachtet

    Ausdrücklich bei Art. 9, Kinder unter 16 bei Online-Diensten. Art. 8, Art. 9 Abs. 2 lit. a

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Ergebnis

0 von 12 Fragen beantwortet

A

Beantworten Sie alle Fragen, um ein vollständiges Ergebnis zu sehen.

Arbeitshilfe zur Orientierung, keine Rechtsberatung. Ob eine Einwilligung wirksam ist, hängt vom konkreten Einzelfall ab.

Nachweis

Was Sie als Nachweis einer Einwilligung speichern sollten

Art. 7 Abs. 1 verlangt den Nachweis, aber kein Format. Diese Angaben haben sich bewährt – das ist unsere Empfehlung. Speichern Sie nur so viel, wie der Nachweis erfordert.

Wer
WofürZuordnung zur Person oder zum Gerät
BeispielKunden-ID, E-Mail-Adresse, pseudonyme Besucherkennung
Wann
WofürZeitpunkt der Erteilung
BeispielDatum und Uhrzeit mit Zeitzone
Worin
WofürZwecke und Kategorien, denen zugestimmt wurde
Beispiel„Statistik“, „Newsletter Produktneuheiten“
Welcher Text
WofürWortlaut und Version des Einwilligungstextes oder Banners
BeispielBanner v3 vom 01.09.2026
Wie
WofürWeg der Erteilung
BeispielCheckbox im Formular, Bestätigungslink (Double-Opt-in), Banner-Klick
Information
WofürWelche Hinweise angezeigt wurden
BeispielLink auf Datenschutzhinweise in der damaligen Fassung
Widerruf
WofürZeitpunkt und Weg eines Widerrufs
BeispielAbmeldelink am 12.11.2026

Eine Einwilligung, deren Erteilung Sie nicht belegen können, erfüllt nach dem EDSA nicht den Standard der DSGVO und muss neu eingeholt werden.

Einwilligung und KI

Einwilligungen bei KI-Funktionen: worauf es ankommt

KI-Funktionen werfen bei Einwilligungen eigene Fragen auf. Diese Punkte sind unsere Einschätzung und Empfehlung – die Wahl der Rechtsgrundlage bleibt eine Prüfung im Einzelfall.

01

Rechtsgrundlage bewusst wählen

Nicht jede KI-Funktion braucht eine Einwilligung. Stützen Sie eine Verarbeitung auf Einwilligung, müssen Sie mit Widerrufen umgehen können – auch technisch.

02

Neuer Zweck, neue Einwilligung

Eine Einwilligung gilt für den bestimmten Fall. Sollen Daten, die für einen anderen Zweck erhoben wurden, nun in eine KI-Auswertung fließen, deckt die alte Einwilligung das nicht automatisch ab.

03

Training mit Kundendaten

Sollen Eingaben oder Daten zum Training genutzt werden, muss die Person das vorab erkennen können. Prüfen Sie, wie ein Widerruf umgesetzt wird, wenn Daten bereits in ein Modell eingeflossen sind.

04

Automatisierte Entscheidungen

Trifft ein System ausschließlich automatisiert Entscheidungen mit Rechtswirkung, ist eine ausdrückliche Einwilligung eine der drei Ausnahmen (Art. 22 Abs. 2 lit. c) – mit dem Recht auf menschliches Eingreifen.

05

Besondere Kategorien in Freitexten

In Chat- und Formularfeldern landen schnell Gesundheits- oder andere Art.-9-Daten. Stützt sich die Verarbeitung darauf auf Einwilligung, muss sie ausdrücklich sein (Art. 9 Abs. 2 lit. a).

06

Beschäftigte

Im Arbeitsverhältnis ist eine Einwilligung nach dem EDSA nur ausnahmsweise freiwillig. Für KI-Werkzeuge am Arbeitsplatz sind andere Rechtsgrundlagen und die Mitbestimmung meist der passendere Weg.

Die KI-Verordnung schafft keine eigene Einwilligung für die Datenverarbeitung; Rechtsgrundlagen bleiben Sache der DSGVO.

Vorgehen

Einwilligungs­management aufbauen in 6 Schritten

Vom Wildwuchs zu einem nachweisbaren Prozess. Die Reihenfolge ist eine Empfehlung aus der Praxis.

  1. 1

    Einwilligungen inventarisieren

    Wo holen Sie Einwilligungen ein? Website, Formulare, Newsletter, Bewerbungen, Apps, Veranstaltungen. Im VVT sehen Sie, welche Verarbeitungen sich auf Art. 6 Abs. 1 lit. a stützen.

  2. 2

    Rechtsgrundlage prüfen

    Braucht es wirklich eine Einwilligung, oder trägt Vertrag, Pflicht oder berechtigtes Interesse? Unnötige Einwilligungen streichen.

  3. 3

    Texte und Banner gestalten

    Zwecke trennen, Verantwortlichen und Empfänger nennen, Widerruf erklären, Ablehnen gleichwertig anbieten. Texte versionieren.

  4. 4

    Nachweis technisch sichern

    Zeitpunkt, Zwecke, Textversion und Weg je Einwilligung speichern – datensparsam, etwa mit pseudonymer Kennung.

  5. 5

    Widerruf umsetzen

    Ein Widerruf muss in allen Systemen ankommen: Newsletter-Tool, CRM, Analyse, Dienstleister. Sperrlisten pflegen.

  6. 6

    Regelmäßig prüfen

    Bei neuen Tools, Zwecken oder Anbietern Texte anpassen und, wo nötig, neu einwilligen lassen. Der EDSA empfiehlt eine Auffrischung in angemessenen Abständen.

Widerruf

Widerruf: so einfach wie die Zustimmung

Die betroffene Person kann ihre Einwilligung jederzeit widerrufen (Art. 7 Abs. 3). Der Widerruf wirkt für die Zukunft: Die bis dahin erfolgte Verarbeitung bleibt rechtmäßig. Über dieses Recht ist die Person vor Abgabe der Einwilligung zu informieren.

Entscheidend ist der letzte Satz von Art. 7 Abs. 3: Der Widerruf muss so einfach sein wie die Erteilung. Wer per Klick zustimmen lässt, darf den Widerruf nicht an einen Brief, eine Hotline oder ein verstecktes Formular knüpfen. Bei Cookie-Bannern bedeutet das: Die Einstellungen müssen jederzeit wieder erreichbar sein, etwa über einen dauerhaften Link.

Nach einem Widerruf ist die Verarbeitung für diesen Zweck einzustellen. Daten, für die keine andere Rechtsgrundlage besteht, sind zu löschen (Art. 17 Abs. 1 lit. b). Den Widerruf selbst sollten Sie dokumentieren – er gehört zum Nachweis, dass Sie die Einwilligung ordnungsgemäß verwaltet haben.

  • Jederzeit, ohne Begründung
  • Gleicher Weg, gleicher Aufwand wie die Zustimmung
  • Wirkt für die Zukunft
  • Daten ohne andere Grundlage löschen (Art. 17 Abs. 1 lit. b)
  • Widerruf dokumentieren

Häufige Fehler

Sechs Fehler im Einwilligungs­management

Vorausgewählte Häkchen

Bereits angekreuzte Kästchen sind keine Einwilligung (ErwG 32). Jeder Zweck startet ausgeschaltet.

Ablehnen versteckt

„Alle akzeptieren“ als großer Knopf, Ablehnen erst in der zweiten Ebene – das gefährdet die Freiwilligkeit.

Kein Nachweis

Ohne gespeicherten Zeitpunkt, Zweck und Textversion lässt sich eine Einwilligung im Streitfall nicht belegen.

Widerruf erreicht nicht alle Systeme

Abgemeldet im Newsletter-Tool, aber weiter im CRM-Verteiler: Der Widerruf muss überall ankommen.

Einwilligung, wo keine nötig ist

Für die Vertragsabwicklung eine Einwilligung einzuholen erzeugt falsche Erwartungen – und Ärger beim Widerruf.

Alte Einwilligung für neuen Zweck

Eine Einwilligung gilt für den bestimmten Fall. Neue Zwecke, etwa KI-Auswertungen, brauchen eine neue Grundlage.

Mit SimpleAct

Einwilligungen in SimpleAct

Das DSGVO-Modul (ab Professional) führt Einwilligungszwecke und Nachweise getrennt – und konfiguriert daraus Ihren Cookie-Banner.

  • Zwecke mit Kategorie, Rechtsgrundlage, Dienstleister, Cookie-Name, Speicherdauer
  • Beschriftung je Sprache (DE/EN)
  • Banner zeigt genau die aktiven Zwecke
  • Nachweise mit Besucherkennung, Kategorien und Zeitpunkt
  • IP-Adresse nur als Hash, nicht im Klartext
  • Export der Nachweise als CSV, auf Zeitraum eingrenzbar

Nachweis ohne Datensammlung

Der Nachweis einer Einwilligung soll nicht mehr Daten erzeugen als die Verarbeitung, in die eingewilligt wurde. Deshalb speichert SimpleAct technischen Kontext nur gekürzt.

DSGVO-Modul ansehen

FAQ

Häufige Fragen zum Einwilligungs­management

Wenn sie freiwillig, für den bestimmten Fall, informiert und unmissverständlich durch eine Erklärung oder eindeutige bestätigende Handlung erteilt wird (Art. 4 Nr. 11). Dazu kommen die Bedingungen aus Art. 7: Nachweisbarkeit, klare Abgrenzung von anderen Erklärungen, Widerruf jederzeit und so einfach wie die Erteilung, kein Kopplungszwang.
Nein. Nach § 25 Abs. 2 TDDDG ist keine Einwilligung nötig, wenn das Cookie unbedingt erforderlich ist, damit ein vom Nutzer ausdrücklich gewünschter digitaler Dienst bereitgestellt werden kann, oder allein der Übertragung einer Nachricht über ein öffentliches Telekommunikationsnetz dient. Für Statistik-, Marketing- und vergleichbare Cookies brauchen Sie in der Regel eine Einwilligung.
Nein. Erwägungsgrund 32 stellt klar, dass Stillschweigen, bereits angekreuzte Kästchen oder Untätigkeit keine Einwilligung darstellen. Auch Scrollen oder Wischen durch eine Website genügt nach den EDSA-Leitlinien 05/2020 nicht.
Nach den EDSA-Leitlinien 05/2020 ist eine Einwilligung nicht freiwillig, wenn der Zugang zu Diensten oder Funktionen davon abhängt, dass der Nutzer dem Speichern von Informationen auf seinem Endgerät zustimmt. Eine solche Cookie-Wall stützt keine wirksame Einwilligung.
Die DSGVO nennt keine feste Frist. Nach dem EDSA hängt die Dauer vom Kontext und vom Umfang der ursprünglichen Einwilligung ab. Ändern sich die Verarbeitungen erheblich, ist eine neue Einwilligung nötig. Als gute Praxis empfiehlt der EDSA, Einwilligungen in angemessenen Abständen aufzufrischen.
Art. 7 Abs. 1 verlangt den Nachweis, schreibt aber kein Format vor. Bewährt haben sich: wer, wann, worin, mit welchem Text in welcher Version und auf welchem Weg eingewilligt hat – sowie ein späterer Widerruf. Beim Newsletter hilft ein Double-Opt-in.
Unter den Voraussetzungen von § 7 Abs. 3 UWG ja: Die Adresse stammt aus einem Verkauf, Sie werben für eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen, der Kunde hat nicht widersprochen und wird bei Erhebung und jeder Verwendung klar auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen.
Nur ausnahmsweise. Wegen des Abhängigkeitsverhältnisses hält der EDSA eine freiwillige Einwilligung im Arbeitsverhältnis nur dann für möglich, wenn eine Ablehnung keinerlei Nachteile hat. Für die meisten Verarbeitungen im Beschäftigungskontext sind andere Rechtsgrundlagen vorzuziehen.
Bei Online-Diensten, die sich direkt an Kinder richten, liegt die Grenze nach Art. 8 DSGVO bei 16 Jahren. Mitgliedstaaten dürfen sie auf bis zu 13 Jahre absenken. Darunter ist die Zustimmung der Eltern nötig, und der Anbieter muss angemessene Anstrengungen unternehmen, das zu prüfen.
Die Verarbeitung für den Zweck ist einzustellen; die bis dahin erfolgte Verarbeitung bleibt rechtmäßig. Daten ohne andere Rechtsgrundlage sind zu löschen (Art. 17 Abs. 1 lit. b). Der Widerruf muss in allen beteiligten Systemen umgesetzt werden.

Noch Fragen? Wir helfen gerne weiter. E-Mail schreiben · 7 Tage testen (Kreditkarte nötig)

Quellen und Stand

Stand: · Redaktion SimpleAct

Dieser Leitfaden dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung. TDDDG und UWG sind deutsches Recht; die Wirksamkeit einer Einwilligung hängt vom Einzelfall ab.

Änderungen

  • 2026-10-04 – Seite neu aufgebaut: Voraussetzungen, Anwendungsfälle, Nachweis, Einwilligungs-Check mit Korrekturliste, KI-Abschnitt, Widerruf.
  • 2026-06-14 – Erste Fassung.

Einwilligungen nachweisen, ohne Datensammlung

SimpleAct verwaltet Einwilligungszwecke, konfiguriert den Banner und speichert datensparsame Nachweise. Testen Sie 7 Tage (Kreditkarte nötig) oder buchen Sie eine Demo.