Leitfaden · DSGVO Art. 7, § 25 TDDDG
Stand: 4. Oktober 2026
Einwilligungsmanagement: Wirksame Einwilligungen nach DSGVO und TDDDG
Cookie-Banner, Newsletter, Talentpool, KI-Funktionen: Wo Sie sich auf eine Einwilligung stützen, muss sie wirksam sein und sich nachweisen lassen. Hier finden Sie alle Voraussetzungen als Tabelle, wann welche Einwilligung nötig ist, was Sie als Nachweis speichern sollten und einen Check, der Lücken gleich als Korrekturliste ausgibt.
- Alle Wirksamkeitsvoraussetzungen
- Cookies, Newsletter, Art. 9 und Drittland
- Was als Nachweis gespeichert wird
- Check mit Korrekturliste
Einwilligungen
Cookie-Banner · Website
- Technisch notwendig§ 25 Abs. 2 TDDDG
- StatistikEinwilligung
- MarketingEinwilligung
- Externe MedienEinwilligung
Letzter Nachweis
04.10.2026 · 09:41 · Besucher a7f3… · Statistik · Banner v3
Beispieldaten · Ablehnen so prominent wie Zustimmen
Kurz gesagt
Eine Einwilligung ist nach Art. 4 Nr. 11 und Art. 7 DSGVO nur wirksam, wenn sie freiwillig, für den bestimmten Fall, informiert und durch eine eindeutige bestätigende Handlung erteilt wird. Sie muss jederzeit so einfach widerrufbar sein, wie sie erteilt wurde, und der Verantwortliche muss sie nachweisen können. Für Cookies gilt zusätzlich § 25 TDDDG.
Grundlagen
Was eine wirksame Einwilligung ausmacht – und was Einwilligungsmanagement bedeutet
Die Einwilligung ist eine von sechs Rechtsgrundlagen in Art. 6 Abs. 1 DSGVO (lit. a). Die DSGVO definiert sie als jede freiwillig für den bestimmten Fall, in informierter Weise und unmissverständlich abgegebene Willensbekundung in Form einer Erklärung oder einer sonstigen eindeutigen bestätigenden Handlung (Art. 4 Nr. 11). Fehlt eines dieser Merkmale, ist die Einwilligung unwirksam – und die Verarbeitung hat keine Rechtsgrundlage, wenn keine andere greift.
Art. 7 ergänzt die Bedingungen. Der Verantwortliche muss nachweisen können, dass eingewilligt wurde (Abs. 1). Steht die Einwilligung in einer Erklärung, die auch andere Dinge regelt, muss sie klar davon unterscheidbar sein (Abs. 2). Die Person kann jederzeit widerrufen, wird vorher darüber informiert, und der Widerruf muss so einfach sein wie die Erteilung (Abs. 3). Und die Freiwilligkeit ist zweifelhaft, wenn ein Vertrag von einer Einwilligung in Verarbeitungen abhängig gemacht wird, die für den Vertrag nicht nötig sind (Abs. 4, „Kopplungsverbot“).
Erwägungsgrund 32 macht die „eindeutige bestätigende Handlung“ konkret: Ein Kästchen anklicken oder technische Einstellungen wählen kann genügen; Stillschweigen, bereits angekreuzte Kästchen oder Untätigkeit sind keine Einwilligung. Dient eine Verarbeitung mehreren Zwecken, ist für jeden Zweck eine Einwilligung nötig. Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) stellt in seinen Leitlinien 05/2020 klar, dass Scrollen oder Wischen durch eine Website keine eindeutige bestätigende Handlung ist.
Für Cookies und ähnliche Technologien gilt in Deutschland zusätzlich § 25 TDDDG (früher TTDSG). Das Speichern von Informationen auf dem Endgerät oder der Zugriff darauf ist nur mit Einwilligung zulässig – es sei denn, es ist unbedingt erforderlich, damit ein ausdrücklich gewünschter digitaler Dienst bereitgestellt werden kann, oder dient allein der Übertragung einer Nachricht über ein öffentliches Telekommunikationsnetz. Information und Einwilligung richten sich nach der DSGVO. Für Cookie-Walls, bei denen der Zugang zu Inhalten von der Zustimmung abhängt, hält der EDSA die Einwilligung nicht für freiwillig.
Für Werbung per E-Mail verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Eine Ausnahme gilt für Bestandskunden: Wer die Adresse im Zusammenhang mit einem Verkauf erhalten hat, darf für eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen werben, solange der Kunde nicht widersprochen hat und bei Erhebung und jeder Verwendung auf das Widerspruchsrecht hingewiesen wird (§ 7 Abs. 3 UWG).
Einwilligungsmanagement heißt, diese Anforderungen dauerhaft zu erfüllen: Zwecke festlegen, Texte und Banner gestalten, Einwilligungen mit Version und Zeitpunkt speichern, Widerrufe sofort umsetzen und in allen Systemen berücksichtigen. Fehlt der Nachweis, gilt die Einwilligung praktisch als nicht erteilt. Eine Einwilligung hat nach dem EDSA kein festes Ablaufdatum; ändern sich die Verarbeitungen erheblich, ist sie aber neu einzuholen, und eine Auffrischung in angemessenen Abständen empfiehlt der EDSA als gute Praxis.
Nicht jede Verarbeitung braucht eine Einwilligung – oft ist sie sogar die schlechtere Wahl. Wo ein Vertrag, eine gesetzliche Pflicht oder ein berechtigtes Interesse trägt, ist eine Einwilligung unnötig und kann bei einem Widerruf zu Missverständnissen führen. Im Beschäftigungsverhältnis hält der EDSA eine freiwillige Einwilligung wegen des Abhängigkeitsverhältnisses nur in Ausnahmefällen für möglich. Wählen Sie die Rechtsgrundlage deshalb bewusst und dokumentieren Sie sie im Verarbeitungsverzeichnis.
- Merkmale: freiwillig, bestimmt, informiert, unmissverständlich (Art. 4 Nr. 11)
- 4
- Merkmale: freiwillig, bestimmt, informiert, unmissverständlich (Art. 4 Nr. 11)
- Jahre: Altersgrenze bei Online-Diensten für Kinder, national bis 13 absenkbar (Art. 8)
- 16
- Jahre: Altersgrenze bei Online-Diensten für Kinder, national bis 13 absenkbar (Art. 8)
- oder 4 % Umsatz: Bußgeldrahmen bei Verstößen gegen Art. 6, 7, 9 (Art. 83 Abs. 5)
- 20 Mio. €
- oder 4 % Umsatz: Bußgeldrahmen bei Verstößen gegen Art. 6, 7, 9 (Art. 83 Abs. 5)
Voraussetzungen
Wann eine Einwilligung wirksam ist: alle Anforderungen
Die Merkmale aus Art. 4 Nr. 11 und die Bedingungen aus Art. 7 und 8 DSGVO – mit den häufigsten Fehlern aus der Praxis.
- Freiwillig
- Was das bedeutetEchte Wahl ohne Nachteile; kein klares Ungleichgewicht; getrennte Einwilligung für verschiedene Vorgänge, wo angebracht
- Typischer FehlerZugang zu Inhalten nur nach Zustimmung (Cookie-Wall)
- FundstelleArt. 4 Nr. 11; ErwG 42, 43
- Kopplungsverbot
- Was das bedeutetVertrag nicht von einer Einwilligung in nicht erforderliche Verarbeitungen abhängig machen
- Typischer FehlerGewinnspiel nur mit Werbeeinwilligung bei Dritten
- FundstelleArt. 7 Abs. 4
- Für den bestimmten Fall
- Was das bedeutetKonkreter Zweck; bei mehreren Zwecken je Zweck eine Einwilligung
- Typischer Fehler„Für Marketingzwecke und Partner“ ohne Konkretisierung
- FundstelleArt. 4 Nr. 11; ErwG 32
- Informiert
- Was das bedeutetMindestens: wer verantwortlich ist und für welche Zwecke verarbeitet wird
- Typischer FehlerAnbieter oder Empfänger erst nach dem Klick sichtbar
- FundstelleArt. 4 Nr. 11; ErwG 42
- Unmissverständlich, aktiv
- Was das bedeutetEindeutige bestätigende Handlung; kein Schweigen, kein vorangekreuztes Kästchen, keine Untätigkeit
- Typischer FehlerVorausgewählte Häkchen, „Weitersurfen gilt als Zustimmung“
- FundstelleArt. 4 Nr. 11; ErwG 32
- Klar abgegrenzt
- Was das bedeutetIn einer Erklärung mit anderen Inhalten klar unterscheidbar, verständlich und in einfacher Sprache
- Typischer FehlerEinwilligung versteckt in AGB
- FundstelleArt. 7 Abs. 2
- Widerruf jederzeit und einfach
- Was das bedeutetWiderruf so einfach wie Erteilung; vorher darauf hinweisen; wirkt für die Zukunft
- Typischer FehlerZustimmen per Klick, Widerruf nur per Brief
- FundstelleArt. 7 Abs. 3
- Nachweisbar
- Was das bedeutetDer Verantwortliche muss die Einwilligung belegen können
- Typischer FehlerKein Protokoll, keine Textversion gespeichert
- FundstelleArt. 7 Abs. 1
- Kinder bei Online-Diensten
- Was das bedeutetUnter 16 Jahren Zustimmung der Eltern; Mitgliedstaaten können bis 13 absenken; angemessene Prüfung
- Typischer FehlerKeine Altersabfrage bei einem Angebot an Kinder
- FundstelleArt. 8
- Ausdrücklich in Sonderfällen
- Was das bedeutetFür besondere Kategorien, automatisierte Entscheidungen und bestimmte Drittlandübermittlungen ausdrückliche Einwilligung
- Typischer FehlerGesundheitsdaten mit allgemeinem Häkchen
- FundstelleArt. 9 Abs. 2 lit. a; Art. 22 Abs. 2 lit. c; Art. 49 Abs. 1 lit. a
Wer sich auf eine Einwilligung stützt, muss auch Art. 13 erfüllen und auf das Widerrufsrecht hinweisen (Art. 13 Abs. 2 lit. c).
Anwendungsfälle
Wann Sie welche Einwilligung brauchen
Häufige Situationen im Unternehmen und die Vorschriften, die eine Einwilligung verlangen. Ob im Einzelfall eine andere Rechtsgrundlage greift, ist gesondert zu prüfen.
- Cookies und Tracking, nicht unbedingt erforderlich
- Einwilligung nötig?Ja
- HinweisFür die nachfolgende Verarbeitung personenbezogener Daten gilt zusätzlich die DSGVO
- Vorschrift§ 25 Abs. 1 TDDDG; Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO
- Technisch unbedingt erforderliche Cookies
- Einwilligung nötig?Nein
- HinweisNur für einen ausdrücklich gewünschten Dienst; im Banner nicht als Häkchen darstellen
- Vorschrift§ 25 Abs. 2 Nr. 2 TDDDG
- E-Mail-Newsletter an Neukunden
- Einwilligung nötig?Ja, vorherige ausdrückliche
- HinweisDouble-Opt-in hilft beim Nachweis
- Vorschrift§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG; Art. 7 DSGVO
- E-Mail-Werbung an Bestandskunden
- Einwilligung nötig?Nicht zwingend
- HinweisNur eigene ähnliche Produkte, Adresse aus einem Verkauf, Hinweis auf Widerspruch bei jeder Verwendung
- Vorschrift§ 7 Abs. 3 UWG
- Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern
- Einwilligung nötig?Ja, vorherige ausdrückliche
- HinweisGegenüber Unternehmen genügt eine zumindest mutmaßliche Einwilligung
- Vorschrift§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG
- Gesundheitsdaten oder andere besondere Kategorien
- Einwilligung nötig?Wenn keine andere Ausnahme greift: ausdrücklich
- HinweisAndere Ausnahmen nach Art. 9 Abs. 2 prüfen
- VorschriftArt. 9 Abs. 2 lit. a DSGVO
- Bewerbungen im Talentpool
- Einwilligung nötig?Üblicherweise ja (Empfehlung)
- HinweisÜber das konkrete Verfahren hinaus; Dauer nennen
- VorschriftArt. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO
- Drittlandübermittlung ohne andere Grundlage
- Einwilligung nötig?Ja, ausdrücklich, nach Information über Risiken
- HinweisAusnahme, nicht Regel – vorrangig Art. 45, 46
- VorschriftArt. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO
- Ausschließlich automatisierte Entscheidung
- Einwilligung nötig?Eine von drei Ausnahmen: ausdrücklich
- HinweisDann Recht auf menschliches Eingreifen sichern (Abs. 3)
- VorschriftArt. 22 Abs. 2 lit. c DSGVO
UWG und TDDDG sind deutsches Recht. Für andere Länder gelten deren Umsetzungen der ePrivacy-Richtlinie.
Interaktiv
Einwilligungs-Check: Ist Ihre Einwilligung wirksam?
Nehmen Sie einen konkreten Einwilligungsprozess – Cookie-Banner, Newsletter-Formular, Talentpool – und beantworten Sie zwölf Fragen. Rechts sehen Sie, was fehlt, und eine Korrekturliste zum Weitergeben. Es werden keine Daten gespeichert oder übertragen.
Aktive Handlung
Zustimmung durch Klick oder Auswahl, keine vorangekreuzten Kästchen. Art. 4 Nr. 11, ErwG 32
Kein Weitersurfen als Zustimmung
Scrollen, Wischen oder Schließen gilt nicht als Einwilligung. EDSA 05/2020
Ablehnen so einfach wie Zustimmen
Gleichwertige Option zum Ablehnen auf derselben Ebene – sonst ist die Wahl nicht frei. Art. 4 Nr. 11, ErwG 42; Auslegung der Aufsichtsbehörden (EDSA Cookie-Banner-Taskforce 2023)
Kein Zwang
Inhalte oder Leistung auch ohne Zustimmung erreichbar. Art. 7 Abs. 4, EDSA 05/2020
Zwecke einzeln wählbar
Je Zweck eine eigene Zustimmung möglich. ErwG 32, 43
Verantwortlicher und Zwecke genannt
Vor der Zustimmung sichtbar, inkl. Empfänger/Anbieter. Art. 4 Nr. 11, ErwG 42
Getrennt von anderen Erklärungen
Nicht in AGB oder Vertragstext versteckt. Art. 7 Abs. 2
Hinweis auf Widerruf vorher
Vor Abgabe über das Widerrufsrecht informiert. Art. 7 Abs. 3 S. 3
Widerruf jederzeit einfach möglich
Gleicher Kanal, gleicher Aufwand, z. B. Link oder Banner erneut öffnen. Art. 7 Abs. 3
Nachweis gespeichert
Wer, wann, worin, welche Textversion. Art. 7 Abs. 1
Widerruf technisch umgesetzt
Nach Widerruf werden Daten nicht mehr für den Zweck genutzt. Art. 7 Abs. 3, Art. 17 Abs. 1 lit. b
Sonderfälle beachtet
Ausdrücklich bei Art. 9, Kinder unter 16 bei Online-Diensten. Art. 8, Art. 9 Abs. 2 lit. a
Ergebnis
0 von 12 Fragen beantwortet
Beantworten Sie alle Fragen, um ein vollständiges Ergebnis zu sehen.
Arbeitshilfe zur Orientierung, keine Rechtsberatung. Ob eine Einwilligung wirksam ist, hängt vom konkreten Einzelfall ab.
Nachweis
Was Sie als Nachweis einer Einwilligung speichern sollten
Art. 7 Abs. 1 verlangt den Nachweis, aber kein Format. Diese Angaben haben sich bewährt – das ist unsere Empfehlung. Speichern Sie nur so viel, wie der Nachweis erfordert.
- Wer
- WofürZuordnung zur Person oder zum Gerät
- BeispielKunden-ID, E-Mail-Adresse, pseudonyme Besucherkennung
- Wann
- WofürZeitpunkt der Erteilung
- BeispielDatum und Uhrzeit mit Zeitzone
- Worin
- WofürZwecke und Kategorien, denen zugestimmt wurde
- Beispiel„Statistik“, „Newsletter Produktneuheiten“
- Welcher Text
- WofürWortlaut und Version des Einwilligungstextes oder Banners
- BeispielBanner v3 vom 01.09.2026
- Wie
- WofürWeg der Erteilung
- BeispielCheckbox im Formular, Bestätigungslink (Double-Opt-in), Banner-Klick
- Information
- WofürWelche Hinweise angezeigt wurden
- BeispielLink auf Datenschutzhinweise in der damaligen Fassung
- Widerruf
- WofürZeitpunkt und Weg eines Widerrufs
- BeispielAbmeldelink am 12.11.2026
Eine Einwilligung, deren Erteilung Sie nicht belegen können, erfüllt nach dem EDSA nicht den Standard der DSGVO und muss neu eingeholt werden.
Einwilligung und KI
Einwilligungen bei KI-Funktionen: worauf es ankommt
KI-Funktionen werfen bei Einwilligungen eigene Fragen auf. Diese Punkte sind unsere Einschätzung und Empfehlung – die Wahl der Rechtsgrundlage bleibt eine Prüfung im Einzelfall.
Rechtsgrundlage bewusst wählen
Nicht jede KI-Funktion braucht eine Einwilligung. Stützen Sie eine Verarbeitung auf Einwilligung, müssen Sie mit Widerrufen umgehen können – auch technisch.
Neuer Zweck, neue Einwilligung
Eine Einwilligung gilt für den bestimmten Fall. Sollen Daten, die für einen anderen Zweck erhoben wurden, nun in eine KI-Auswertung fließen, deckt die alte Einwilligung das nicht automatisch ab.
Training mit Kundendaten
Sollen Eingaben oder Daten zum Training genutzt werden, muss die Person das vorab erkennen können. Prüfen Sie, wie ein Widerruf umgesetzt wird, wenn Daten bereits in ein Modell eingeflossen sind.
Automatisierte Entscheidungen
Trifft ein System ausschließlich automatisiert Entscheidungen mit Rechtswirkung, ist eine ausdrückliche Einwilligung eine der drei Ausnahmen (Art. 22 Abs. 2 lit. c) – mit dem Recht auf menschliches Eingreifen.
Besondere Kategorien in Freitexten
In Chat- und Formularfeldern landen schnell Gesundheits- oder andere Art.-9-Daten. Stützt sich die Verarbeitung darauf auf Einwilligung, muss sie ausdrücklich sein (Art. 9 Abs. 2 lit. a).
Beschäftigte
Im Arbeitsverhältnis ist eine Einwilligung nach dem EDSA nur ausnahmsweise freiwillig. Für KI-Werkzeuge am Arbeitsplatz sind andere Rechtsgrundlagen und die Mitbestimmung meist der passendere Weg.
Die KI-Verordnung schafft keine eigene Einwilligung für die Datenverarbeitung; Rechtsgrundlagen bleiben Sache der DSGVO.
Vorgehen
Einwilligungsmanagement aufbauen in 6 Schritten
Vom Wildwuchs zu einem nachweisbaren Prozess. Die Reihenfolge ist eine Empfehlung aus der Praxis.
- 1
Einwilligungen inventarisieren
Wo holen Sie Einwilligungen ein? Website, Formulare, Newsletter, Bewerbungen, Apps, Veranstaltungen. Im VVT sehen Sie, welche Verarbeitungen sich auf Art. 6 Abs. 1 lit. a stützen.
- 2
Rechtsgrundlage prüfen
Braucht es wirklich eine Einwilligung, oder trägt Vertrag, Pflicht oder berechtigtes Interesse? Unnötige Einwilligungen streichen.
- 3
Texte und Banner gestalten
Zwecke trennen, Verantwortlichen und Empfänger nennen, Widerruf erklären, Ablehnen gleichwertig anbieten. Texte versionieren.
- 4
Nachweis technisch sichern
Zeitpunkt, Zwecke, Textversion und Weg je Einwilligung speichern – datensparsam, etwa mit pseudonymer Kennung.
- 5
Widerruf umsetzen
Ein Widerruf muss in allen Systemen ankommen: Newsletter-Tool, CRM, Analyse, Dienstleister. Sperrlisten pflegen.
- 6
Regelmäßig prüfen
Bei neuen Tools, Zwecken oder Anbietern Texte anpassen und, wo nötig, neu einwilligen lassen. Der EDSA empfiehlt eine Auffrischung in angemessenen Abständen.
Widerruf
Widerruf: so einfach wie die Zustimmung
Die betroffene Person kann ihre Einwilligung jederzeit widerrufen (Art. 7 Abs. 3). Der Widerruf wirkt für die Zukunft: Die bis dahin erfolgte Verarbeitung bleibt rechtmäßig. Über dieses Recht ist die Person vor Abgabe der Einwilligung zu informieren.
Entscheidend ist der letzte Satz von Art. 7 Abs. 3: Der Widerruf muss so einfach sein wie die Erteilung. Wer per Klick zustimmen lässt, darf den Widerruf nicht an einen Brief, eine Hotline oder ein verstecktes Formular knüpfen. Bei Cookie-Bannern bedeutet das: Die Einstellungen müssen jederzeit wieder erreichbar sein, etwa über einen dauerhaften Link.
Nach einem Widerruf ist die Verarbeitung für diesen Zweck einzustellen. Daten, für die keine andere Rechtsgrundlage besteht, sind zu löschen (Art. 17 Abs. 1 lit. b). Den Widerruf selbst sollten Sie dokumentieren – er gehört zum Nachweis, dass Sie die Einwilligung ordnungsgemäß verwaltet haben.
- Jederzeit, ohne Begründung
- Gleicher Weg, gleicher Aufwand wie die Zustimmung
- Wirkt für die Zukunft
- Daten ohne andere Grundlage löschen (Art. 17 Abs. 1 lit. b)
- Widerruf dokumentieren
Häufige Fehler
Sechs Fehler im Einwilligungsmanagement
Vorausgewählte Häkchen
Bereits angekreuzte Kästchen sind keine Einwilligung (ErwG 32). Jeder Zweck startet ausgeschaltet.
Ablehnen versteckt
„Alle akzeptieren“ als großer Knopf, Ablehnen erst in der zweiten Ebene – das gefährdet die Freiwilligkeit.
Kein Nachweis
Ohne gespeicherten Zeitpunkt, Zweck und Textversion lässt sich eine Einwilligung im Streitfall nicht belegen.
Widerruf erreicht nicht alle Systeme
Abgemeldet im Newsletter-Tool, aber weiter im CRM-Verteiler: Der Widerruf muss überall ankommen.
Einwilligung, wo keine nötig ist
Für die Vertragsabwicklung eine Einwilligung einzuholen erzeugt falsche Erwartungen – und Ärger beim Widerruf.
Alte Einwilligung für neuen Zweck
Eine Einwilligung gilt für den bestimmten Fall. Neue Zwecke, etwa KI-Auswertungen, brauchen eine neue Grundlage.
Mit SimpleAct
Einwilligungen in SimpleAct
Das DSGVO-Modul (ab Professional) führt Einwilligungszwecke und Nachweise getrennt – und konfiguriert daraus Ihren Cookie-Banner.
- Zwecke mit Kategorie, Rechtsgrundlage, Dienstleister, Cookie-Name, Speicherdauer
- Beschriftung je Sprache (DE/EN)
- Banner zeigt genau die aktiven Zwecke
- Nachweise mit Besucherkennung, Kategorien und Zeitpunkt
- IP-Adresse nur als Hash, nicht im Klartext
- Export der Nachweise als CSV, auf Zeitraum eingrenzbar
Nachweis ohne Datensammlung
Der Nachweis einer Einwilligung soll nicht mehr Daten erzeugen als die Verarbeitung, in die eingewilligt wurde. Deshalb speichert SimpleAct technischen Kontext nur gekürzt.
DSGVO-Modul ansehenFAQ
Häufige Fragen zum Einwilligungsmanagement
Noch Fragen? Wir helfen gerne weiter. E-Mail schreiben · 7 Tage testen (Kreditkarte nötig)
Quellen und Stand
Stand: · Redaktion SimpleAct
- Art. 7 DSGVO – Bedingungen für die Einwilligung
- Art. 4 DSGVO – Begriffsbestimmungen (Nr. 11)
- Art. 8 DSGVO – Einwilligung eines Kindes
- Erwägungsgrund 32 DSGVO
- Erwägungsgrund 43 DSGVO
- § 25 TDDDG – Schutz der Privatsphäre bei Endeinrichtungen
- § 7 UWG – Unzumutbare Belästigungen
- EDSA-Leitlinien 05/2020 zur Einwilligung
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO) auf EUR-Lex
Dieser Leitfaden dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung. TDDDG und UWG sind deutsches Recht; die Wirksamkeit einer Einwilligung hängt vom Einzelfall ab.
Änderungen
- 2026-10-04 – Seite neu aufgebaut: Voraussetzungen, Anwendungsfälle, Nachweis, Einwilligungs-Check mit Korrekturliste, KI-Abschnitt, Widerruf.
- 2026-06-14 – Erste Fassung.
Einwilligungen nachweisen, ohne Datensammlung
SimpleAct verwaltet Einwilligungszwecke, konfiguriert den Banner und speichert datensparsame Nachweise. Testen Sie 7 Tage (Kreditkarte nötig) oder buchen Sie eine Demo.