Leitfaden · DSGVO Art. 28
Stand: 4. Oktober 2026
Auftragsverarbeitung: AVV (DPA) nach Art. 28 DSGVO
Sobald ein Dienstleister personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet – Cloud, Newsletter, Lohnabrechnung oder ein KI-Tool –, brauchen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Hier finden Sie alle Pflichtinhalte nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO als Tabelle, eine Prüfliste für AVV mit KI-Anbietern und eine interaktive Checkliste, die fehlende Punkte gleich als Nachforderung formuliert.
- Alle Pflichtinhalte nach Art. 28 Abs. 3
- Prüfliste für KI-Anbieter
- Checkliste mit Nachforderungstext
- AVV und DPA: derselbe Vertrag
Auftragsverarbeiter
Demo Organisation GmbH · Vertragsübersicht
Dienstleister mit Datenzugriff
- Cloud-HostingBetrieb der WebsiteAVV aktuell
- LohnabrechnungGehaltsabrechnungAVV aktuell
- KI-Assistent (LLM)Support-AntwortenTraining prüfen
- Newsletter-ToolE-Mail-MarketingAVV fehlt
Unterauftragsverarbeiter KI-Assistent
- Rechenzentrum (EU)
- Modell-API (Drittland)
- Monitoring-Dienst
Beispieldaten · 1 Vertrag fehlt, 1 in Prüfung
Kurz gesagt
Ein AVV ist der Vertrag nach Art. 28 DSGVO zwischen Ihnen als Verantwortlichem und einem Dienstleister, der personenbezogene Daten nur in Ihrem Auftrag und nach Ihrer Weisung verarbeitet. AVV und DPA (Data Processing Agreement) bezeichnen denselben Vertrag. Er muss schriftlich oder elektronisch vorliegen und die Pflichtinhalte aus Art. 28 Abs. 3 enthalten.
Grundlagen
Was Auftragsverarbeitung ist – und wann Sie einen AVV brauchen
Auftragsverarbeitung liegt vor, wenn ein externer Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag eines Verantwortlichen verarbeitet (Art. 4 Nr. 8 DSGVO). Der Verantwortliche entscheidet über Zwecke und Mittel der Verarbeitung (Art. 4 Nr. 7), der Auftragsverarbeiter setzt um – weisungsgebunden und ohne eigene Zwecke. Typische Beispiele sind Hosting- und Cloud-Anbieter, Newsletter- und CRM-Tools, externe Lohnabrechnung, IT-Support mit Zugriff auf Systeme, Ticket- und Chat-Software und zunehmend KI-Dienste, die Texte, Dokumente oder Gespräche verarbeiten.
Für diese Konstellation schreibt Art. 28 DSGVO zweierlei vor. Erstens dürfen Sie nur mit Auftragsverarbeitern arbeiten, die hinreichende Garantien für geeignete technische und organisatorische Maßnahmen bieten (Abs. 1). Sie müssen den Dienstleister also vorher prüfen, nicht erst, wenn etwas passiert. Zweitens braucht es einen Vertrag oder ein anderes Rechtsinstrument mit festgelegten Mindestinhalten (Abs. 3), der schriftlich abzufassen ist – ein elektronisches Format genügt (Abs. 9). Das ist der Auftragsverarbeitungsvertrag, kurz AVV.
International heißt derselbe Vertrag Data Processing Agreement (DPA), manchmal auch Data Processing Addendum. Inhaltlich gibt es keinen Unterschied: Entscheidend ist, dass alle Pflichtinhalte nach Art. 28 Abs. 3 enthalten sind. Große Anbieter stellen ihren DPA meist als Standarddokument bereit, das mit den Nutzungsbedingungen gilt oder online akzeptiert wird. Das ist zulässig – Sie sollten aber prüfen, ob er zu Ihrer tatsächlichen Nutzung passt.
Nicht jede Zusammenarbeit ist Auftragsverarbeitung. Verfolgt ein Dienstleister eigene Zwecke oder entscheidet er selbst, wie und wozu Daten verarbeitet werden, ist er eigener Verantwortlicher – etwa Steuerberater und Rechtsanwälte im Rahmen ihrer Berufsausübung, Banken bei Zahlungen oder Paketdienste. Legen zwei Stellen Zwecke und Mittel gemeinsam fest, sind sie gemeinsam Verantwortliche nach Art. 26 DSGVO und brauchen statt eines AVV eine Vereinbarung über die Aufgabenverteilung. Die Tabelle weiter unten hilft bei der Abgrenzung.
Besonders wichtig wird die Abgrenzung bei KI-Anbietern. Ein KI-Dienst, der Ihre Eingaben nur verarbeitet, um Ihnen ein Ergebnis zu liefern, kann Auftragsverarbeiter sein. Nutzt der Anbieter dieselben Daten aber auch für eigene Zwecke – etwa um seine Modelle zu trainieren –, handelt er insoweit nicht mehr nur nach Ihrer Weisung. Ein Auftragsverarbeiter, der unter Verstoß gegen die DSGVO selbst Zwecke und Mittel bestimmt, gilt für diese Verarbeitung als Verantwortlicher (Art. 28 Abs. 10). Deshalb gehört die Frage nach Training und Datennutzung in jede AVV-Prüfung mit KI-Anbietern.
Fehlt ein AVV oder deckt er die Pflichtinhalte nicht ab, verstoßen Verantwortlicher und Auftragsverarbeiter gegen Art. 28 DSGVO. Dafür sieht Art. 83 Abs. 4 lit. a einen Bußgeldrahmen von bis zu 10 Millionen Euro oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes vor, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Für Schäden haftet der Auftragsverarbeiter nach Art. 82 Abs. 2 nur, wenn er seine speziellen Pflichten verletzt oder gegen rechtmäßige Weisungen gehandelt hat – die Verantwortung für die Verarbeitung bleibt im Grundsatz bei Ihnen.
- Pflichtpunkte in Art. 28 Abs. 3 lit. a–h
- 8
- Pflichtpunkte in Art. 28 Abs. 3 lit. a–h
- oder 2 % Umsatz: Bußgeldrahmen bei Verstößen gegen Art. 28 (Art. 83 Abs. 4)
- 10 Mio. €
- oder 2 % Umsatz: Bußgeldrahmen bei Verstößen gegen Art. 28 (Art. 83 Abs. 4)
- Vertrag – AVV und DPA sind dasselbe
- 1
- Vertrag – AVV und DPA sind dasselbe
Pflichtinhalte
Was in einen AVV gehört: alle Pflichtinhalte nach Art. 28 DSGVO
Art. 28 Abs. 3 nennt zuerst die Eckdaten der Verarbeitung (Satz 1) und dann acht Pflichten des Auftragsverarbeiters (lit. a bis h). Dazu kommen Regeln aus Abs. 2, 4 und 9. Die rechte Spalte zeigt, worauf Sie bei KI-Anbietern zusätzlich achten sollten – das ist unsere Empfehlung, keine zusätzliche gesetzliche Pflicht.
Tabelle seitlich scrollen →
| Pflichtinhalt | Fundstelle | Was konkret geregelt sein sollte | Bei KI-Anbietern prüfen |
|---|---|---|---|
| Gegenstand und Dauer | Art. 28 Abs. 3 S. 1 | Welche Leistung, ab wann, wie lange (z. B. Laufzeit des Hauptvertrags). | Welche Funktionen genau: Chat, API, Dokumentenanalyse, Transkription? |
| Art und Zweck der Verarbeitung | Art. 28 Abs. 3 S. 1 | Was mit den Daten passiert und wofür – möglichst konkret, nicht „IT-Dienstleistungen“. | Zweck auf die Leistungserbringung begrenzt? Kein Training eigener Modelle ohne Ihre Zustimmung? |
| Art der personenbezogenen Daten | Art. 28 Abs. 3 S. 1 | Datenkategorien, z. B. Kontaktdaten, Vertragsdaten, Nutzungsdaten; besondere Kategorien ausdrücklich nennen. | Auch Prompts, hochgeladene Dateien, Ausgaben und Protokolle erfasst? |
| Kategorien betroffener Personen | Art. 28 Abs. 3 S. 1 | Wessen Daten: Beschäftigte, Kundschaft, Interessenten, Bewerbende. | Auch Dritte, die in Dokumenten oder Gesprächen vorkommen? |
| Pflichten und Rechte des Verantwortlichen | Art. 28 Abs. 3 S. 1 | Weisungsrecht, Kontrollrechte, Informationspflichten. | Wie werden Weisungen technisch umgesetzt (Einstellungen, Admin-Konsole)? |
| Verarbeitung nur auf dokumentierte Weisung – auch bei Drittlandübermittlung | lit. a | Weisungsbindung, Form der Weisungen, Ausnahme nur bei gesetzlicher Pflicht mit vorheriger Mitteilung. | Werden Daten in Drittländer übermittelt, etwa an Modell-APIs außerhalb der EU? |
| Vertraulichkeit der befugten Personen | lit. b | Verpflichtung der Beschäftigten auf Vertraulichkeit oder gesetzliche Verschwiegenheit. | Gilt das auch für menschliche Prüfung von Eingaben (z. B. Missbrauchskontrolle)? |
| Sicherheitsmaßnahmen nach Art. 32 | lit. c | Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM), meist als Anlage. | Verschlüsselung, Mandantentrennung, Zugriff auf Prompt-Logs, Aufbewahrung der Logs. |
| Bedingungen für Unterauftragsverarbeiter | lit. d, Abs. 2, Abs. 4 | Vorherige gesonderte oder allgemeine schriftliche Genehmigung; bei allgemeiner Genehmigung Information über Änderungen mit Einspruchsmöglichkeit; gleiche Pflichten weitergeben. | Liste der Unterauftragsverarbeiter inkl. Modell- und Rechenzentrumsanbieter, Standort, Benachrichtigungsweg. |
| Unterstützung bei Betroffenenrechten | lit. e | Hilfe bei Auskunft, Berichtigung, Löschung usw. mit geeigneten TOM. | Lassen sich Daten zu einer Person in Verläufen finden, exportieren und löschen? |
| Unterstützung bei Art. 32 bis 36 | lit. f | Sicherheit, Meldung von Datenpannen, Datenschutz-Folgenabschätzung, vorherige Konsultation. | Liefert der Anbieter Informationen für Ihre DSFA? Meldet er Vorfälle unverzüglich (Art. 33 Abs. 2)? |
| Löschung oder Rückgabe nach Vertragsende | lit. g | Nach Wahl des Verantwortlichen löschen oder zurückgeben, Kopien löschen – außer bei gesetzlicher Speicherpflicht. | Was passiert mit Verläufen, Logs, Dateien und Backups? Fristen konkret benannt? |
| Nachweise und Überprüfungen | lit. h | Alle Informationen zum Nachweis bereitstellen, Audits und Inspektionen ermöglichen. | Welche Nachweise gibt es (Prüfberichte, Zertifikate) und wie läuft eine Prüfung praktisch? |
| Hinweis auf rechtswidrige Weisungen | Abs. 3 UAbs. 2 | Auftragsverarbeiter informiert unverzüglich, wenn er eine Weisung für datenschutzwidrig hält. | – |
| Schriftform | Abs. 9 | Schriftlich, elektronisches Format genügt (z. B. Online-Akzeptanz, PDF mit Signatur). | Version und Datum des akzeptierten DPA dokumentieren. |
Die Standardvertragsklauseln der Kommission für Art. 28 (Durchführungsbeschluss (EU) 2021/915) dürfen ganz oder teilweise als AVV genutzt werden (Art. 28 Abs. 6 und 7). Sie ersetzen nicht die Standardvertragsklauseln für Drittlandübermittlungen (Durchführungsbeschluss (EU) 2021/914).
Abgrenzung
Auftragsverarbeiter, eigener Verantwortlicher oder gemeinsam verantwortlich?
Ob ein AVV nötig ist, hängt davon ab, wer über Zwecke und Mittel entscheidet. Die Beispiele sind typische Einordnungen – maßgeblich ist immer die tatsächliche Ausgestaltung im Einzelfall.
Tabelle seitlich scrollen →
| Konstellation | Wer entscheidet über Zwecke und Mittel? | Was Sie brauchen | Typische Beispiele |
|---|---|---|---|
| Auftragsverarbeitung | Sie allein; der Dienstleister setzt weisungsgebunden um (Art. 4 Nr. 8). | AVV nach Art. 28 DSGVO | Hosting, Cloud-Speicher, Newsletter-Tool, CRM, externe Lohnabrechnung, IT-Support mit Systemzugriff, KI-Dienst ohne eigene Datennutzung |
| Eigener Verantwortlicher | Der Empfänger verfolgt eigene Zwecke oder entscheidet selbst (Art. 4 Nr. 7). | Rechtsgrundlage für die Übermittlung, Information der Betroffenen; kein AVV | Steuerberatung und Rechtsberatung, Banken und Zahlungsdienste, Versicherungen, Paketdienste |
| Gemeinsam Verantwortliche | Zwei oder mehr Stellen legen Zwecke und Mittel gemeinsam fest (Art. 26). | Vereinbarung nach Art. 26 mit transparenter Aufgabenverteilung | Gemeinsame Marketingaktionen, gemeinsam betriebene Plattformen, Konzernfunktionen mit gemeinsamer Steuerung |
| Mischfall | Teilweise weisungsgebunden, teilweise eigene Zwecke. | AVV für den Auftragsteil, eigene Prüfung für die eigenen Zwecke | KI-Anbieter, der Eingaben auch zum Training nutzt; Software-Anbieter mit eigener Produktanalyse |
Faustregel: Wer ein eigenes Interesse an den Daten hat und darüber selbst entscheidet, ist kein bloßer Auftragsverarbeiter. Die bloße Möglichkeit, Daten zu sehen, macht einen Dienstleister dagegen noch nicht zum Verantwortlichen.
KI-Anbieter
AVV mit KI-Anbietern: 8 Punkte, die Sie zusätzlich prüfen sollten
KI-Dienste verarbeiten oft mehr Daten, als auf den ersten Blick sichtbar ist: Eingaben, hochgeladene Dateien, Ausgaben, Verläufe und technische Protokolle. Diese Punkte sind unsere Prüfempfehlung für AVV mit Anbietern von Sprachmodellen, Chatbots, Transkriptions- und Analyse-Tools.
Training mit Ihren Daten
Klären Sie schriftlich, ob Eingaben, Dateien oder Ausgaben zum Training oder zur Verbesserung der Modelle genutzt werden. Für die Auftragsverarbeitung sollte das ausgeschlossen sein oder nur nach ausdrücklicher Weisung erfolgen. Achten Sie auf Unterschiede zwischen Verbraucher- und Unternehmensversion.
„Bitte bestätigen Sie, dass unsere Eingaben, Dateien und Ausgaben nicht zum Training oder zur Verbesserung Ihrer Modelle genutzt werden.“
Prompt- und Ausgabe-Protokolle
Viele Anbieter speichern Protokolle für Missbrauchserkennung oder Fehleranalyse. Fragen Sie, was gespeichert wird, wie lange, wer darauf zugreift und ob Sie die Speicherung einschränken können.
„Bitte teilen Sie mit, welche Protokolle zu Eingaben und Ausgaben Sie speichern, wie lange und wer darauf Zugriff hat.“
Menschliche Prüfung von Inhalten
Werden Eingaben stichprobenartig von Menschen gesichtet, etwa zur Missbrauchskontrolle? Dann muss die Vertraulichkeitspflicht (lit. b) auch für diese Personen gelten – und Sie sollten wissen, wo sie sitzen.
„Bitte teilen Sie mit, ob und unter welchen Bedingungen Mitarbeitende oder Dienstleister Inhalte unserer Nutzung einsehen.“
Modell- und Rechenzentrumsanbieter
Hinter einem KI-Tool steckt oft ein Modell-Anbieter und ein Cloud-Rechenzentrum. Beide sind in der Regel Unterauftragsverarbeiter und gehören in die Liste nach Abs. 2 und 4 – mit Standort und Rolle.
„Bitte übermitteln Sie die aktuelle Liste Ihrer Unterauftragsverarbeiter einschließlich Modell- und Rechenzentrumsanbietern mit Standort.“
Drittlandübermittlung
Läuft die Verarbeitung ganz oder teilweise außerhalb des EWR, braucht es eine Grundlage nach Kapitel V DSGVO, etwa einen Angemessenheitsbeschluss oder Standardvertragsklauseln. Fragen Sie auch nach Fernzugriffen aus Drittländern, z. B. für Support.
„Bitte teilen Sie mit, in welche Drittländer Daten übermittelt werden oder von wo aus Zugriffe erfolgen, und auf welcher Grundlage nach Kapitel V DSGVO.“
Löschung von Verläufen und Dateien
Lassen Sie sich Löschfristen für Verläufe, Uploads, Protokolle und Backups nennen – im laufenden Betrieb und nach Vertragsende (lit. g). „Wird gelöscht“ ohne Frist ist kein belastbarer Vertragsinhalt.
„Bitte nennen Sie die Löschfristen für Verläufe, hochgeladene Dateien, Protokolle und Backups während der Laufzeit und nach Vertragsende.“
Informationen für DSFA und KI-Verordnung
Für eine Datenschutz-Folgenabschätzung brauchen Sie Angaben zum System. Wer Hochrisiko-KI betreibt, soll die Informationen des Anbieters nach Art. 13 KI-VO für die DSFA nutzen (Art. 26 Abs. 9 KI-VO). Regeln Sie, dass der Anbieter diese Informationen liefert (lit. f).
„Bitte stellen Sie die Informationen bereit, die wir für eine Datenschutz-Folgenabschätzung benötigen (Funktionsweise, Datenflüsse, Sicherheitsmaßnahmen).“
Einstellungen als Weisung
Viele Weisungen setzen Sie bei KI-Tools über Admin-Einstellungen um: Verlauf aus, Datenregion EU, Aufbewahrung kurz. Dokumentieren Sie diese Einstellungen – sie sind Teil Ihrer dokumentierten Weisung (lit. a).
„Bitte bestätigen Sie, welche Konfigurationsoptionen (z. B. Datenregion, Verlauf, Aufbewahrung) für unseren Vertrag verfügbar und wirksam sind.“
Die KI-Verordnung ändert Art. 28 DSGVO nicht. Sie kommt bei Hochrisiko-KI hinzu, deren Betreiberpflichten nach dem Digital Omnibus ab 2. Dezember 2027 gelten.
Interaktiv
AVV-Checkliste: Vertrag prüfen, Lücken nachfordern
Legen Sie den AVV oder DPA Ihres Dienstleisters daneben und gehen Sie die Punkte durch. Rechts sehen Sie, was fehlt – und einen fertigen Text, mit dem Sie die fehlenden Punkte beim Anbieter nachfordern. Es werden keine Daten gespeichert oder übertragen.
Ergebnis
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Arbeitshilfe zur Orientierung, keine Rechtsberatung. Ob ein Vertrag ausreicht, hängt von der konkreten Verarbeitung ab.
Vorgehen
AVV-Management in 6 Schritten
So bringen Sie Ordnung in Ihre Auftragsverarbeitungen – vom ersten Überblick bis zur laufenden Pflege. Die Reihenfolge ist eine Empfehlung aus der Praxis.
- 1
Dienstleister erfassen
Gehen Sie Kreditorenliste, Lizenzverwaltung und Verarbeitungsverzeichnis durch. Jeder Dienstleister mit Zugriff auf personenbezogene Daten ist ein Kandidat – auch Fernwartung, IT-Support und KI-Tools, die Fachbereiche selbst gebucht haben.
- 2
Rolle einordnen
Auftragsverarbeiter, eigener Verantwortlicher oder gemeinsam verantwortlich? Die Abgrenzungstabelle oben hilft. Nur für Auftragsverarbeiter brauchen Sie einen AVV.
- 3
Anbieter vorab prüfen
Art. 28 Abs. 1 verlangt hinreichende Garantien. Prüfen Sie TOM, Unterauftragsverarbeiter, Standorte und Nachweise, bevor Daten fließen – nicht erst danach.
- 4
AVV abschließen oder prüfen
Nutzen Sie den DPA des Anbieters oder eigene Muster. Gehen Sie die Checkliste auf dieser Seite durch und fordern Sie fehlende Punkte schriftlich nach.
- 5
Mit dem VVT verknüpfen
Tragen Sie Auftragsverarbeiter als Empfänger im Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten ein (Art. 30 Abs. 1 lit. d) und verweisen Sie auf den Vertrag. Bei KI-Tools zusätzlich auf den Eintrag im KI-Register.
- 6
Änderungen nachhalten
Neue Unterauftragsverarbeiter, geänderte DPA-Versionen, neue Funktionen: Legen Sie fest, wer Benachrichtigungen des Anbieters liest und bewertet. Eine jährliche Durchsicht aller Verträge ist eine bewährte Praxis.
Drittländer
Auftragsverarbeiter außerhalb der EU
Sitzt ein Auftragsverarbeiter oder einer seiner Unterauftragsverarbeiter außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums oder greift er von dort auf Daten zu, reicht der AVV allein nicht. Für die Übermittlung braucht es zusätzlich eine Grundlage nach Kapitel V DSGVO (Art. 44 ff.).
Die wichtigsten Grundlagen sind Angemessenheitsbeschlüsse der Kommission (Art. 45) und Standardvertragsklauseln (Art. 46 Abs. 2 lit. c, aktuell Durchführungsbeschluss (EU) 2021/914). Für die USA hat die Kommission am 10. Juli 2023 einen Angemessenheitsbeschluss zum EU-US Data Privacy Framework erlassen (Durchführungsbeschluss (EU) 2023/1795). Er gilt nur für Unternehmen, die sich unter dem Framework zertifiziert haben.
- Standort aller Unterauftragsverarbeiter abfragen, auch für Support und Fernzugriff
- Grundlage je Übermittlung dokumentieren: Angemessenheitsbeschluss, Standardvertragsklauseln oder andere Garantie
- Bei US-Anbietern prüfen, ob eine aktuelle Zertifizierung unter dem Data Privacy Framework besteht
- Bei Standardvertragsklauseln die Bewertung der Rechtslage im Drittland dokumentieren
Typische Fehler
Woran AVV in der Praxis scheitern
AVV für jeden Dienstleister
Steuerberater, Banken oder Anwälte sind in ihrer Berufsausübung in der Regel eigene Verantwortliche. Ein AVV mit ihnen beschreibt die Rolle falsch und verdeckt die eigentlich nötige Prüfung der Übermittlung.
Zweck „IT-Dienstleistungen“
Ein AVV, der Art und Zweck nur pauschal beschreibt, erfüllt Art. 28 Abs. 3 Satz 1 kaum. Beschreiben Sie konkret, was der Dienstleister mit welchen Daten tut.
TOM als bloßer Verweis
„Der Anbieter trifft angemessene Maßnahmen“ ist keine TOM-Beschreibung. Lassen Sie sich die Maßnahmen als Anlage oder in einem aktuellen Dokument geben.
Unterauftragsverarbeiter ignoriert
Bei einer allgemeinen Genehmigung müssen Sie über Änderungen informiert werden und widersprechen können. Wer die Benachrichtigungen nicht liest, verliert dieses Recht praktisch.
Verbraucher-Account im Unternehmen
Viele KI-Tools bieten einen DPA nur für Business- oder Enterprise-Tarife an. Nutzen Beschäftigte private oder kostenlose Konten, gibt es oft keinen AVV – und die Eingaben dienen unter Umständen dem Training.
Abschluss ohne Ablage
Online akzeptierte DPA ändern sich. Speichern Sie Version und Datum der akzeptierten Fassung, sonst können Sie später nicht nachweisen, was vereinbart war.
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Im DSGVO-Modul von SimpleAct (ab Professional) verwalten Sie Auftragsverarbeiter, Verträge und TOM-Nachweise zentral – verknüpft mit Verarbeitungsverzeichnis und TOM.
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Häufige Fragen zur Auftragsverarbeitung
Noch Fragen? Wir helfen gerne weiter. E-Mail schreiben · 7 Tage testen (Kreditkarte nötig)
Quellen und Stand
Zuletzt geprüft am · Redaktion SimpleAct
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), EUR-Lex
- Art. 28 DSGVO – Auftragsverarbeiter
- Art. 4 DSGVO – Begriffsbestimmungen
- Art. 26 DSGVO – Gemeinsam Verantwortliche
- Art. 82 DSGVO – Haftung und Schadenersatz
- Art. 83 DSGVO – Geldbußen
- Durchführungsbeschluss (EU) 2021/915 – Standardvertragsklauseln nach Art. 28 Abs. 7
- Durchführungsbeschluss (EU) 2021/914 – Standardvertragsklauseln für Drittlandübermittlungen
- Durchführungsbeschluss (EU) 2023/1795 – EU-US Data Privacy Framework
Diese Seite und die Checkliste dienen der Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der Wortlaut der DSGVO im Amtsblatt der EU. Prüfpunkte für KI-Anbieter, Vorgehen und Beispiele sind Empfehlungen.
Änderungen an dieser Seite
- 4. Oktober 2026 – Neu aufgebaut: Pflichtinhalte nach Art. 28 Abs. 3 als Tabelle, Abgrenzung der Rollen, Prüfliste für KI-Anbieter, interaktive AVV-Checkliste mit Nachforderungstext, Drittland-Abschnitt.
- 6. Juli 2026 – AVV und DPA in Titel und erster FAQ erklärt.
- 14. Juni 2026 – Erste Fassung.
Auftragsverarbeitung im Griff
SimpleAct führt Auftragsverarbeiter, Verträge und Nachweise an einem Ort und verknüpft sie mit Verarbeitungsverzeichnis und TOM – überfällige Prüfungen sind auf einen Blick markiert.